IW-Chef Hüther warnt vor SPD-Erbschaftsteuer: „Gefahr für Familienbetriebe und Arbeitsplätze“
Anna FuchsIW-Chef Hüther warnt vor SPD-Erbschaftsteuer: „Gefahr für Familienbetriebe und Arbeitsplätze“
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat die jüngsten Reformpläne der SPD zur Erbschaftsteuer scharf kritisiert. Die Vorschläge, die im Positionspapier FairErben der Partei von Januar 2026 skizziert werden, zielen darauf ab, große Vermögen stärker zu besteuern, während kleinere Erben entlastet werden sollen. Hüther warnte, die Änderungen könnten weitere Unternehmen und Arbeitsplätze aus Deutschland vertreiben.
Laut SPD-Plänen soll ein einheitlicher lebenslanger Freibetrag von einer Million Euro pro Erbe eingeführt werden, für Betriebsvermögen gilt eine Grenze von fünf Millionen Euro – wobei die Steuerzahlungen über 20 Jahre gestreckt werden könnten. Die Partei argumentiert, dies vereinfache das System und mache es gerechter. Hüther hingegen betonte, dass selbst mittelständische Familienunternehmen unter den neuen Regeln mit deutlichen Steuererhöhungen konfrontiert wären.
Er kritisierte zudem, dass der steuerfreie Freibetrag für Betriebsvermögen bei fünf Millionen Euro die Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort schwächen werde. Über die Erbschaftsteuer hinaus forderte Hüther die Bundesregierung auf, die Unternehmenssteuern noch vor 2028 zu senken und den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. Breit angelegte Steuersenkungen, so Hüther, würden der Wirtschaft insgesamt mehr nutzen. Trotz anhaltender Herausforderungen sieht er jedoch auch positive Signale für die deutsche Konjunktur: Für 2023 prognostiziert er ein Wachstum von einem Prozent, bleibt aber angesichts tieferliegender struktureller Probleme vorsichtig. Seine Äußerungen spiegeln die Bedenken weiterer Wirtschaftsinstitute und Unternehmensverbände wider, die befürchten, die SPD-Pläne könnten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands beeinträchtigen.
Hüthers Kritik unterstreicht die Sorge, dass die Erbschaftsteuerreform der SPD Unternehmen ins Ausland treiben und Familienbetriebe belasten könnte. Seine Forderungen nach niedrigeren Unternehmenssteuern und der Abschaffung des Soli verstärken die Debatte über die wirtschaftliche Ausrichtung Deutschlands. Die Vorschläge werden nun weiter geprüft, während die Politik ihre Auswirkungen auf Wachstum und Investitionen abwägt.






