Malta Air blockiert Betriebsratswahlen – Verdi wirft Ryanair-Tochter gezielte Behinderung vor
Anna FuchsMalta Air blockiert Betriebsratswahlen – Verdi wirft Ryanair-Tochter gezielte Behinderung vor
Ein Rechtsstreit zwischen Malta Air und seinen Mitarbeitern in Köln ist wegen der Betriebsratswahlen eskaliert. Die Fluggesellschaft, eine Tochter von Ryanair, wird beschuldigt, den Prozess durch die Vorenthaltung wichtiger Unterlagen zu blockieren. Die Gewerkschaft Verdi verurteilte diesen Schritt als Teil einer umfassenderen Strategie, um die Vertretung der Arbeitnehmer zu behindern.
In einem separaten Fall beginnt im September 2026 die Hauptverhandlung zu einem Absturz von Malta Air aus dem Jahr 2021. Betroffen sind der Pilot Nathanael P., sein Vater Kai P. sowie der Luftfahrtexperte Dr. Jochen D.
Die Beschäftigten am Kölner Standort von Malta Air kämpfen seit zweieinhalb Jahren für die Einrichtung eines Betriebsrats. Ein Rückschlag ereignete sich, als das Unternehmen sich weigerte, die Mitarbeiterlisten an den Wahlvorstand herauszugeben. Zudem drohte die Airline den Mitgliedern des Wahlausschusses mit Schadensersatzklagen.
Das Arbeitsgericht Köln erließ kürzlich einen einstweiligen Beschluss, der Malta Air vorerst von der Pflicht entbindet, die für die Wahlen notwendigen Dokumente vorzulegen. Verdi, die die Arbeiter vertritt, bezeichnete die Entscheidung als gezielten Versuch, den Prozess zu untergraben. Die Gewerkschaft argumentiert, dass das deutsche Betriebsverfassungsgesetz modernisiert werden müsse, um solche Verzögerungen zu verhindern.
Parallel dazu läuft ein weiteres Gerichtsverfahren: Im September 2026 wird ein deutsches Gericht den Fall des Absturzes einer Cessna Citation aus dem Jahr 2021 in der Nähe Maltas verhandeln. Zu den Hauptbeteiligten zählen der Pilot Nathanael P., sein Vater Kai P. und der Luftfahrtexperte Dr. Jochen D. An der Verhandlung werden auch Staatsanwälte der Bonner Staatsanwaltschaft sowie Anwälte der Opferfamilien teilnehmen.
Trotz des einstweiligen Beschlusses bleibt Verdi zuversichtlich im Hinblick auf die Hauptverhandlung zum Betriebsratsstreit, die ebenfalls für September angesetzt ist. Die Gewerkschaft besteht darauf, dass faire Wahlen ohne vollständige Transparenz seitens der Fluggesellschaft nicht möglich seien.
Der einstweilige Beschluss erlaubt Malta Air zwar vorläufig, die Dokumente zurückzuhalten, doch die endgültige Entscheidung fällt erst in der September-Verhandlung. Die Mitarbeiter setzen derweil ihren Kampf um eine Interessenvertretung fort, während der Absturzfall seinen eigenen juristischen Weg geht. Beide Konflikte verdeutlichen die anhaltenden Spannungen zwischen der Airline und ihrer Belegschaft.






