Gockels *Wallenstein* trifft auf Prigoschin: Krieg als kulinarisches Theaterdrama
Jonas WagnerGockels *Wallenstein* trifft auf Prigoschin: Krieg als kulinarisches Theaterdrama
Eine kühne Neuinszenierung von Schillers Wallenstein verbindet Theater mit moderner Kriegsforschung
Regisseur Jan-Christoph Gockel hat das Drama aus dem 17. Jahrhundert mit der Geschichte des russischen Söldnerführers Jewgeni Prigoschin verwoben. Die unter dem Titel Schmaus des Krieges in sieben Gängen aufgeführte Produktion verwandelte Geschichte in einen dialektischen Schlagabtausch auf der Bühne.
Der Abend begann mit einem Vortrag des russischen Performers Serge über Prigoschin, der die Stimmung für den Abend setzte. Später nutzte er einen Ridikulus-Zauber aus Harry Potter, um Angst in schwarzen Humor zu verwandeln. Das Ensemble agierte hinter einer langen Küchenzeile und wechselte nahtlos die Rollen – mal als Köche, mal als Bauern, schließlich als Wallensteins Soldaten.
Die Aufführung verschmolz historisches Theater mit zeitgenössischen Konflikten, setzte auf Humor, Technik und rollenübergreifende Verwandlungen. Kochs mechanische Bewegungen und die Metamorphosen des Ensembles hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die Inszenierung forderte das Publikum auf, alte Geschichten mit modernem Blick zu betrachten.






