Sozialkarte statt Bargeld: NRW testet neues System für Geflüchtete – doch nicht alle sind überzeugt
Miriam KönigSozialkarte statt Bargeld: NRW testet neues System für Geflüchtete – doch nicht alle sind überzeugt
Neues Zahlungssystem für Asylsuchende: „Sozialkarte“ ersetzt Bargeld in Teilen Nordrhein-Westfalens
In Teilen Nordrhein-Westfalens wird ein neues Zahlungssystem für Geflüchtete eingeführt. Die sogenannte „Sozialkarte“ ersetzt Bargeldleistungen durch eine vorbelastete Visa-Prepaidkarte, die Zahlungen vereinfachen und Verwaltungskosten senken soll. Bis März 2026 sollen alle Geflüchteten in Ascheberg eine solche Karte erhalten – auch benachbarte Gemeinden bereiten den Umstieg vor.
In Ascheberg ist die Sozialkarte bereits im Einsatz: Rund 50 Geflüchtete werden dort bald die Prepaid-Visa-Karte nutzen. Damit sind Zahlungen überall möglich, wo Visa akzeptiert wird. Kritiker monieren jedoch, dass die begrenzten Bargeldabhebungen unnötige Hürden schaffen. Der Flüchtlingsrat äußert Bedenken und wirft dem System vor, es beschneide die finanziellen Freiheiten der Betroffenen – insbesondere bei urlaubsbasierten Ausgaben.
Während der Kreis Coesfeld die Sozialkarte bereits schrittweise einführt, hat Münster das Modell kategorisch abgelehnt. Im Münsterland stimmte der Rat der Stadt Emsdetten am 15. Mai 2025 mit 27 zu 12 Stimmen gegen die Einführung – noch vor der Frist 2026. Bisher hat keine weitere Kommune in der Region einen ähnlichen Beschluss gefasst. Bund und Land argumentieren, die Karte verringere Missbrauch, etwa bei Glücksspiel oder in eingeschränkten Branchen. Doch nur ein Drittel der Kommunen in Nordrhein-Westfalen plant derzeit die Übernahme des Systems.
In Ascheberg wird die Sozialkarte bis Anfang 2026 für alle Geflüchteten verpflichtend. Ob sie sich flächendeckend durchsetzt, hängt von lokalen Entscheidungen ab: Einige Gemeinden befürworten die Umstellung, andere lehnen sie ab. Wie sich das System auf das Ausgabenverhalten und die Verwaltungseffizienz auswirkt, wird sich zeigen, sobald mehr Städte es einführen.






