Bayer-Medikament Kerendia überzeugt in neuer Studie mit breitem Potenzial
Lotta AlbrechtBayer-Medikament Kerendia überzeugt in neuer Studie mit breitem Potenzial
Bayers Medikament Kerendia zeigt starkes Potenzial bei neuer Patientengruppe nach positiven Studienergebnissen
Das von Bayer entwickelte Präparat Kerendia hat in einer neuen Patientengruppe vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Der Wirkstoff, der bereits für Nierenpatienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen ist, könnte bald einen deutlich größeren Markt erreichen. Investoren reagierten positiv auf die Ankündigung und trieben den Aktienkurs um 4,71 % auf 40,25 Euro nach oben.
Kerendia erhielt 2021 erstmals die Zulassung zur Risikoreduktion bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) und Typ-2-Diabetes. Damals lag der Fokus auf der Verringerung von kardiovaskulärem Tod, Krankenhausaufenthalten aufgrund von Herzinsuffizienz sowie dem Fortschreiten von Nierenschäden. Im Juli 2025 wurde die Anwendung auf Herzinsuffizienz-Patienten mit einer bestimmten Herzfunktionsmessung ausgeweitet.
Die jüngste Phase-III-Studie, FIND-CKD, konzentrierte sich auf CKD-Patienten ohne Diabetes – eine Gruppe, die von den bisherigen Zulassungen nicht abgedeckt war. Die Ergebnisse bestätigten, dass das Medikament den Krankheitsverlauf im Vergleich zur Standardtherapie deutlich verlangsamt. Auch das Sicherheitsprofil blieb stabil und entsprach früheren Untersuchungen.
Auf Basis dieser Daten plant Bayer nun, eine erweiterte Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen. Bei einer Genehmigung würde sich der potenzielle Markt für Kerendia beträchtlich erweitern und über die bisherige Zielgruppe der Diabetiker hinausgehen.
Gleichzeitig steht das Unternehmen vor finanziellen Herausforderungen. Für 2025 wurden ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro ausgewiesen. Hohe Prozesskosten, insbesondere durch die anhaltenden Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup, belasten die Liquidität. Anleger verfolgen diese Verfahren genau, da sie Auswirkungen auf künftige Haftungsregelungen haben könnten.
Auf der Hauptversammlung am 1. April 2026 soll über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abgestimmt werden.
Die Ergebnisse der FIND-CKD-Studie könnten zu einer breiteren Zulassung von Kerendia führen und dessen Marktchancen erhöhen. Die Aktie hat bereits zugelegt, was das Vertrauen der Investoren in das Potenzial des Medikaments widerspiegelt. Dennoch bleiben Bayers finanzielle Belastungen und rechtliche Risiken entscheidende Faktoren für die weitere Entwicklung des Konzerns.






