Tragischer Tod: Elefantenbulle Tsavo stirbt an Wundstarrkrampf im Wuppertaler Zoo
Anna FuchsTragischer Tod: Elefantenbulle Tsavo stirbt an Wundstarrkrampf im Wuppertaler Zoo
Junger Elefantenbulle Tsavo stirbt im Wuppertaler Grüner Zoo an Wundstarrkrampf
Im Wuppertaler Grünen Zoo ist der junge Afrikanische Elefantenbulle Tsavo an Wundstarrkrampf (Tetanus) gestorben. Es handelt sich um den ersten bestätigten Fall dieser Krankheit bei einem Afrikanischen Elefanten und überhaupt bei einem Elefanten in Europa. Die Infektion trat nach einer leichten Verletzung auf, die das Tier im September erlitten hatte.
Tsavo zeigte Symptome wie Appetitlosigkeit, Koordinationsstörungen, Muskelkrämpfe und die Unfähigkeit, sich auf den Beinen zu halten. Trotz einer Behandlung mit Antitoxin, Antibiotika und unterstützender Therapie verschlechterte sich sein Zustand zusehends. Am 20. November 2022 entschieden die Tierärzte, ihn einzuschläfern, um weiteres Leid zu verhindern.
Das Tetanus-Bakterium Clostridium tetani kommt häufig in Erde und Tierkot vor. Eine Infektion erfolgt in der Regel über verunreinigte Wunden. Im Fall von Tsavo ging man von einer kleinen, feuchten Hautstelle oder einer zuvor erlittenen Stoßzahnfraktur als wahrscheinliche Eintrittspforte aus.
Nach seinem Tod wurde Tsavos Körper zur pathologischen Untersuchung an die Justus-Liebig-Universität Gießen überführt. Proben wurden zudem von der Freien Universität Berlin und dem Robert Koch-Institut analysiert. Letzteres bestätigte Tetanus als Todesursache, während die Freie Universität Berlin das Elefanten-Endotheliotrope Herpesvirus (EEHV) als mögliche Ursache ausschloss.
Eine Impfung bleibt der wirksamste Schutz gegen Tetanus. Für Zoo-Tiere gibt es jedoch keinen zugelassenen Impfstoff, sodass Pfleger abwägen müssen, ob ein nicht für diese Tierart zugelassenes Präparat eingesetzt werden soll.
Der Fall wurde offiziell als erster bestätigter Tetanus-Fall bei einem Afrikanischen Elefanten dokumentiert. Tsavos Tod unterstreicht die Herausforderungen bei der Behandlung solcher Infektionen in Wildtieren. Ohne zugelassene Impfstoffe für Zoo-Tiere liegt die Prävention in einer sorgfältigen Wundversorgung und Risikobewertung.
