Skandal um Biennale Venedig: Jury boykottiert Israel und Russland – Preise fallen aus
Jonas WagnerSkandal um Biennale Venedig: Jury boykottiert Israel und Russland – Preise fallen aus
Die 61. Biennale von Venedig eröffnete mit einer Kontroverse, nachdem die internationale Jury einen Boykott gegen Länder angekündigt hatte, die von Persönlichkeiten geführt werden, denen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden. Betroffen sind Israel und Russland; die Aktion löste Rücktritte und Änderungen bei den Auszeichnungen der Veranstaltung aus. Die diesjährige Ausgabe unter dem Titel „In Moll“ läuft bis zum 22. November 2025 und präsentiert 100 nationale Pavillons sowie 111 Künstler:innen.
Der Boykott nahm seinen Anfang, als alle fünf Jurymitglieder aus Protest zurücktraten. Ihre Entscheidung zwang die Organisatoren, die Verleihung der Goldenen Löwen zu verschieben und stattdessen die „Besucher-Löwen“ einzuführen – ein neues System, das auf Publikumswahlen basiert. Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten den Boykott ab, doch die Spannungen blieben bestehen.
Israels Ausstellung „Rose der Nichtigkeit“ ist im Arsenale zu sehen. Der russische Pavillon, der 2022 und 2024 abwesend war, kehrt mit „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“ zurück. Portugals Vertreter Alexandre Estrela kritisierte öffentlich die Teilnahme beider Länder und zeigt seine eigene Arbeit „RedSkyFalls“ im Palazzo Fondaco Marcello.
Kuratiert von Koyo Kouoh, umfasst die Biennale 31 Begleitveranstaltungen. Erstmals dabei sind Brasilien und Osttimor, die das lusophone Element im diesjährigen Programm verstärken.
Die Biennale 2025 kommt ohne die traditionellen Jury-Preise aus. Stattdessen entscheiden die Besucher:innen über die Preisträger:innen im Rahmen der neuen „Besucher-Löwen“. Mit 100 nationalen Pavillons und über 100 Künstler:innen* läuft die Veranstaltung bis Ende November – doch die politischen Konflikte sind noch nicht beigelegt.






