Sharky Swim School kämpft gegen Nichtschwimmer – mit sozialem und ökologischem Ehrgeiz
Anna FuchsSharky Swim School kämpft gegen Nichtschwimmer – mit sozialem und ökologischem Ehrgeiz
Sharky Swim School kämpft gegen ein wachsendes Problem: die steigende Zahl von Kindern, die nicht schwimmen können. In Nordrhein-Westfalen können 20 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen nicht schwimmen – doppelt so viele wie noch 2017. Das Unternehmen, geleitet von Geschäftsführer Martin Becker, hat ein altes barockes Kadettenbad in eine erfolgreiche Schwimmschule mit sozialem Anspruch verwandelt.
Die Schwimmschule von Becker ist in Bensberg, Löwenich, Bonn und Düsseldorf aktiv und beschäftigt 350 Trainerinnen und Trainer. Allein der Standort in Bensberg erwirtschaftet jährlich 1,5 Millionen Euro. Trotz des Erfolgs verbraucht das Becken dort jedoch 320.000 Kilowattstunden Gas, 126.000 Kilowattstunden Strom und über 1.500 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr.
Um den Energieverbrauch zu senken, plant Becker den Bau standardisierter Schwimmhallen aus Holz, die in nur drei Monaten fertiggestellt werden sollen. Dabei kommen bayerisches Holz, Wärmerückgewinnungssysteme, Solaranlagen und Poolabdeckungen zum Einsatz, um Kosten und Emissionen zu reduzieren. Das Unternehmen finanziert sich vollständig selbst und arbeitet ausschließlich mit der Volksbank zusammen, die sich zunehmend auf nachhaltiges Banking konzentriert.
Doch Sharky leistet nicht nur Schwimmunterricht. Die Schule bietet kostenlose Kurse für benachteiligte Kinder – inklusive Fahrdienst – und unterstützt junge Patientinnen und Patienten der Onkologieabteilung, des Bethanien-Kinderdorfs und des Kinderhauses Maria Hilf. Erst kürzlich wurde Sharky als erstes Unternehmen in Bergisch Gladbach mit dem "Gemeinwohl-Zertifikat" ausgezeichnet und erreichte in der Bilanz 360 Punkte – ein Maß für Ethik, Nachhaltigkeit und Transparenz.
Die Notwendigkeit solcher Programme ist offenkundig: Fast die Hälfte der Kinder aus einkommensschwachen Haushalten kann nicht schwimmen – ein deutlicher Hinweis auf die tiefen Ungleichheiten beim Zugang zur Schwimmausbildung.
Sharky Swim School ist heute sowohl ein wirtschaftlicher als auch ein sozialer Akteur. Mit rasanter Expansion, umweltfreundlichen Bauplänen und kostenlosen Kursen will das Unternehmen Energieverschwendung verringern und die Sicherheit von Kindern im Wasser verbessern. Angesichts der wachsenden Zahl von Nichtschwimmern könnte seine Arbeit helfen, einen besorgniserregenden Trend in der Region umzukehren.






