RoRo-Schiffsknappheit belastet Autoexporte auch 2023 schwer
Kapazitätsengpässe bei RoRo-Schiffen belasten Autohersteller auch 2023
Die anhaltende Knappheit an RoRo-SchiffsKapazitäten (Roll-on/Roll-off) setzt die Automobilindustrie auch im Jahr 2023 unter Druck. Zwar steigt die Nachfrage nach Fahrzeug-Exporten aus China stark an, doch das verfügbare Transportvolumen bleibt weit hinter dem Bedarf zurück. Dieses Ungleichgewicht treibt die Kosten in die Höhe und zwingt die Branche zu Anpassungen.
Bis Dezember 2022 stiegen Chinas Exporte von Fertigfahrzeugen auf 3 Millionen Einheiten – ein Plus von 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch für 2023 wird erwartet, dass die RoRo-Kapazitäten nur die Hälfte der geplanten 2,3 Millionen Fahrzeuge bewältigen können, die nach Europa verschifft werden sollen. Ursachen für den Engpass sind unter anderem ausbleibende Flottenerneuerungen nach der Corona-Pandemie sowie die stark gestiegenen Exportmengen.
Der führende RoRo-Dienstleister Wallenius Wilhelmsen warnt, dass die Kapazitäten das gesamte Jahr über knapp bleiben werden. Nur elf neue Schiffe sollen 2023 in Dienst gestellt werden – zu wenig, um die Situation spürbar zu entlasten. In der Folge kaufen Autohersteller zunehmend eigene Frachter oder gehen Joint Ventures mit Logistikunternehmen ein, um sich Transportkapazitäten zu sichern.
Die angespannte Lage bei den RoRo-Kapazitäten hat die Spotraten für leichte Fahrzeuge auf reinen Autotransportern und Lkw-Trägern von Shanghai nach Nordwesteuropa im Januar um etwa 17 Prozent steigen lassen. Gleichzeitig sind die Spotraten für Container auf derselben Route gesunken und liegen im Schnitt bei 1.700 US-Dollar pro High-Cube-FEU (ohne Umschlagkosten). Dennoch suchen Autohersteller weiterhin nach Container-Kapazitäten als Alternative. Einige akzeptieren sogar Strafzahlungen pro Einheit, weil sie vertraglich vereinbarte Transportvolumina aufgrund des anhaltenden Mangels nicht erfüllen können.
Der Kapazitätsengpass bei RoRo-Schiffen zeigt auch 2023 keine Anzeichen einer Entspannung. Die Autohersteller entwickeln zwar neue Strategien, um Schiffsraum zu sichern, doch die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot. Steigende Spotraten und Vertragsstrafen spiegeln den Druck wider, unter dem die Branche steht, während sie versucht, die wachsenden Exportmengen zu bewältigen.
