Recklinghausen diskutiert Prävention gegen Radikalisierung und Hass im Netz
Lotta AlbrechtRecklinghausen diskutiert Prävention gegen Radikalisierung und Hass im Netz
Sonderveranstaltung zu Radikalisierungsprävention und Extremismus an der Kuniberg-Berufskolleg in Recklinghausen
Am 21. Januar 2025 fand am Kuniberg-Berufskolleg in Recklinghausen eine Fachveranstaltung zur Bekämpfung von Radikalisierung und Extremismus statt. Organisiert von der Polizeipräsidium Recklinghausen und der örtlichen Schulberatungsstelle, stand die Veranstaltung unter dem Zeichen der Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus, Islamismus sowie dem Einfluss sozialer Medien. Vertreter aus Behörden, Bildungseinrichtungen und Fachkreisen diskutierten Strategien, um Jugendliche vor schädlichen Online-Narrativen zu schützen.
Die unter dem Titel „Antimuslimischer Rassismus und Islamismus im Kontext des Einflusses sozialer Medien – eine Herausforderung für Polizei und Schulen“ ablaufende Veranstaltung brachte Beamte des Polizeipräsidiums Recklinghausen, Schulmitarbeiter, Bürgermeister sowie kommunale Vertreter aus dem Kreis und Bottrop zusammen. Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen eröffnete die Runde mit einem Appell für eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Polizei. Sie betonte das gemeinsame Ziel, Hassrede einzudämmen und die Radikalisierung von Jugendlichen zu verhindern.
In Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmer über Lösungsansätze aus und erörterten neue Methoden zum Schutz junger Menschen. Marisa Roth von der Schulberatungsstelle Recklinghausen stellte die Unterstützung für Lehrkräfte vor, die von Fortbildungen bis hin zu Einzelfallberatungen reicht. Sie unterstrich die Bedeutung eines bedarfsorientierten Ansatzes, um Schulen bei der Bewältigung aktueller Bedrohungen wirksam zu begleiten.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Direktor des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster. Er analysierte die Strategien, mit denen Prediger auf TikTok extremistische Ideologien verbreiten, und untersuchte die Ursachen von Radikalisierung. Seine Ausführungen bildeten eine wichtige Grundlage für die anschließenden Diskussionen über Gegenmaßnahmen.
Katharina Große-Westermann von der Schulberatungsstelle Bottrop wies auf eine zentrale Herausforderung hin: das Fehlen attraktiver Alternativen zu hasserfüllten Online-Inhalten. Sie forderte eine Stärkung der Medienkompetenz, um Kindern und Jugendlichen kritische Reflexionsfähigkeit im Umgang mit digitalen Plattformen zu vermitteln.
Die Veranstaltung würdigte zudem Khorchides umfassendes Engagement. Im November 2024 war er für seine herausragenden Leistungen in der islamischen Religionspädagogik und dem interreligiösen Dialog mit der Goldenen Verdienstmedaille der Republik Österreich ausgezeichnet worden.
Die Gespräche am Kuniberg-Berufskolleg zielten darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Schulen zu intensivieren. Konkrete Maßnahmen umfassen erweiterte Fortbildungen für Lehrkräfte, verbesserte Medienkompetenzprogramme und abgestimmte Reaktionen auf extremistische Inhalte. Die Organisatoren planen, die Ergebnisse der Veranstaltung in weitere Schutzstrategien für Jugendliche in der Region einfließen zu lassen.






