25 June 2026, 22:02

Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur für Versöhnung

Trauer in Solingen: Mevlude Genc ist im Alter von 79 Jahren verstorben

Mevlüde Genç: Vom Opfer rechtsextremer Gewalt zur Symbolfigur für Versöhnung

Mevlüde Genç wurde 1993 nach einem rechtsextremen Brandanschlag, den sie überlebte, zu einem Symbol der Widerstandsfähigkeit. Bei der Tragödie kamen fünf Familienmitglieder ums Leben, ihr Sohn erlitt schwere Verletzungen. Ihre Haltung nach dem Anschlag löste in ganz Deutschland Bewunderung und Anerkennung aus.

Am 29. Mai 1993 tötete ein rechtsextremer Brandanschlag fünf Mitglieder der Familie Genç. Mevlüde Genç verlor bei dem Feuer Angehörige, ihr Sohn Bekir erlitt schwere Verbrennungen, unter deren Folgen er bis heute leidet. Die fünf Täter wurden 1997 wegen Mordes verurteilt und zu Haftstrafen zwischen zehn und fünfzehn Jahren verurteilt.

Trotz des persönlichen Verlusts entschied sich Genç nach dem Anschlag für die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihr Einsatz für Versöhnung und friedliches Zusammenleben fand breite Anerkennung. 1996 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihren Kampf gegen Rassismus. Zehn Jahre nach dem Anschlag würdigte der damalige Bundespräsident Johannes Rau den Aufruf der Familie Genç zur Einheit.

Ihr Engagement blieb auch weiterhin Vorbild für viele. Politiker wie Armin Laschet nannten sie die beeindruckendste Frau, der sie je begegnet seien. Nordrhein-Westfalen ehrte sie 2018 mit der Einführung der Mevlüde-Genç-Medaille. Persönlichkeiten wie Iris Preuß-Buchholz und Sebastian Haug hoben ihre Hingabe für Toleranz, Freundschaft und sozialen Zusammenhalt hervor.

Mevlüde Gençs Geschichte bleibt ein kraftvolles Beispiel für Mut angesichts von Hass. Sie erhielt nationale Auszeichnungen und nachhaltige Würdigung für ihr Wirken. Ihr Vermächtnis fördert bis heute die Versöhnung und den Kampf gegen Rassismus in Deutschland.

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