30 April 2026, 20:04

Gericht zwingt Apothekerkammer Nordrhein zu Beitragsrückerstattungen nach überhöhten Rücklagen

Altes Buch mit dem Titel 'Berichte über ausgewählte Fälle in den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue' geöffnet auf einer Seite mit schwarzer Tinte

Gericht zwingt Apothekerkammer Nordrhein zu Beitragsrückerstattungen nach überhöhten Rücklagen

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat entschieden, dass die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) übermäßig hohe Rücklagen gebildet hat. Die Kammer wird nun gezwungen, ihre Mittel zu kürzen und einen Teil der Mitgliedsbeiträge an ihre Mitglieder zurückzuerstatten. Die Klagen gegen die Gebührenpolitik der Kammer sind inzwischen auf 90 Fälle angestiegen – weitere werden in diesem Jahr erwartet.

Der Streit begann, nachdem die AKNR im November 2020 die Obergrenze für ihre Beiträge aufgehoben hatte. Vier Mitglieder reichten zunächst Klage gegen die Beitragsbescheide für die Jahre 2021 bis 2024 ein. Seitdem haben sich 90 weitere Klagen gegen die Gebührenbescheide für 2025 gerichtet, wobei die Kläger der Kammer vorwerfen, ihre Mitglieder übermäßig belastet zu haben.

Die AKNR hat gegen das Urteil Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) eingelegt. Auf ihrer Mitgliederversammlung in Neuss verteidigte der Anwalt der Kammer, Dr. Stefan Kobes von der Kanzlei Luther, die Position der AKNR. Er argumentierte, dass rechtliche Präzedenzfälle, die für Industrie- und Handelskammern gelten, nicht auf berufsständische Gesundheitsorganisationen wie die AKNR übertragbar seien.

Um den Klagen entgegenzuwirken, plant die Kammer eine detaillierte Aufschlüsselung ihres Haushalts zu veröffentlichen. Damit soll die Transparenz der Finanzverwaltung unter Beweis gestellt und die Position der Kläger geschwächt werden. Gleichzeitig hat die AKNR bereits begonnen, ihre Rücklagen gemäß der gerichtlichen Anordnung abzubauen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Dr. Kobes warnte zudem, das Urteil könnte ein gefährlicher Präzedenzfall sein. Er befürchtet, dass es die gesetzliche und finanzielle Unabhängigkeit aller Berufskammern in Deutschland gefährden könnte.

Die AKNR muss nun ihre Rücklagen verringern und einen Teil der von den Mitgliedern gezahlten Beiträge zurückerstatten. Mit der anhängigen Berufung und Dutzenden noch ausstehenden Klagen steht der Kammer ein langer Rechtsstreit bevor. Das Ergebnis könnte die Art und Weise, wie berufsständische Organisationen ihre Finanzen verwalten, nachhaltig verändern.

Quelle