Gerettete Dörfer am Tagebau Garzweiler: Die ersten 25 Häuser stehen zum Verkauf

Gerettete Dörfer am Tagebau Garzweiler: Die ersten 25 Häuser stehen zum Verkauf
Fünf Dörfer, die einst dem Abriss für den Braunkohletagebau Garzweiler geweiht waren, haben eine unerwartete Zukunft erhalten. Die ersten 25 Häuser in diesen 'geretteten' Ortschaften sind nun auf dem Markt – zu Preisen zwischen 97.000 Euro für ein Sanierungsobjekt und 325.000 Euro für einen großen Bauernhof. Der Wandel ist das Ergebnis jahrelanger Kampagnen von Anwohnern, Aktivisten und Umweltschützern, die sich für den Erhalt der Region einsetzten.
Die Dörfer Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath sollten ursprünglich der Erweiterung des Tagebaus Garzweiler weichen. Doch nach anhaltendem Druck lokaler Initiativen wie dem Aktionsbündnis 'Rettet unsere Dörfer', unterstützt von Umweltverbänden wie BUND und Greenpeace, Klimagerechtigkeitsgruppen, Künstlern und Wissenschaftlern, griff das Land ein. Der Stadt Erkelenz wurden Mittel zur Wiederbelebung der verlassenen Siedlungen bereitgestellt.
Die meisten ehemaligen Bewohner hatten ihre Immobilien bereits an den Energiekonzern RWE verkauft und waren weggezogen, noch bevor die Entscheidung zum Erhalt der Dörfer fiel. Nun bringt RWE die Häuser zurück auf den Markt – ein Schritt, den der Aktivist David Dresen von KulturEnergie begrüßt. Allerdings kritisiert er die zögerliche Umsetzung und fordert einen Bürgerrat, der über die Verwendung der Transformationsgelder wacht. Langfristig soll aus der Region eine Seengemeinde entstehen, doch die ersten Häuser am Wasser könnten erst 2076 fertiggestellt werden. Der BUND warnt unterdessen vor Herausforderungen bei der Wasserversorgung und möglichen Kontaminationsrisiken durch die geplanten künstlichen Seen.
Der Verkauf der 25 Häuser markiert einen Wendepunkt für die Dörfer am Tagebau Garzweiler. Dresen und KulturEnergie setzen sich dafür ein, dass vor allem einkommensschwache Haushalte, die sich auf dem regulären Wohnungsmarkt keine Bleibe leisten können, bevorzugt Zugang erhalten. Mit den nun bewilligten Landesmitteln rückt der Wiederaufbau der Gemeinschaften in den Fokus – und die Frage, wie der Neuanfang gelingen kann.

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