Funke Mediengruppe verlässt MVFP – Branchenverband vor schwerer Zäsur
Lotta AlbrechtFunke Mediengruppe verlässt MVFP – Branchenverband vor schwerer Zäsur
Die Funke Mediengruppe, einer der größten Medienkonzerne Deutschlands, wird die MVFP (Medienverbund Fachverlage und Presse) zum 30. Juni 2027 verlassen. Der Schritt folgt anhaltenden Streitigkeiten über das Wahlverfahren der Organisation sowie interne Kommunikationsprobleme. Der Austritt stellt eine bemerkenswerte Zäsur für den Branchenverband dar, der Verlagshäuser, Medien- und Digitalanbieter in Verhandlungen mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit vertritt.
Die MVFP stützte sich lange auf die Funke Mediengruppe als wichtiges Mitglied und finanziellen Hauptträger. Die Entscheidung des Konzerns zum Rückzug unterstreicht die anhaltenden Spannungen innerhalb des Verbands. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Funke Mediengruppe von einer Branchenvereinigung distanziert: Bereits zuvor war das Unternehmen aus dem BDZV (Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger) ausgetreten, nachdem es Uneinigkeit über die strategische Ausrichtung gegeben hatte.
Auch in der Führungsebene der MVFP steht ein Wechsel bevor: Philipp Welte, der langjährige Vorsitzende, gibt sein Amt ab. Als sein Nachfolger ist Lars Joachim Rose vorgesehen. Ungeklärt bleibt indes, warum Julia Becker, Verlegerin der Funke Mediengruppe, keine Führungsposition innerhalb der Organisation übernimmt.
Der Austritt der Funke Mediengruppe tritt am 30. Juni 2027 in Kraft. Der Verlust eines so prominenten Mitglieds wird voraussichtlich das Gewicht und die Ressourcen der MVFP beeinträchtigen. Die Organisation muss sich nun sowohl auf die Abwanderung als auch auf den anstehenden Führungswechsel einstellen.
