Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt vorerst geschlossen – wer rettet den Kultturm?

Admin User
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Hohe Gebäude mit parkenden Autos in einer Parkfläche und ein Verkehrszeichenmast auf der rechten unteren Seite.

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt vorerst geschlossen – wer rettet den Kultturm?

Frankfurts ikonischer Fernsehturm 'Ginnheimer Spargel' wird voraussichtlich nicht wiedereröffnen – das teilte sein Betreiber mit. Das 338 Meter hohe Bauwerk, das einst ein Drehrestaurant und eine Nachtbar beherbergte, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Ein Streit um die Finanzierung hat die Restaurierungspläne in der Schwebe belassen.

Der Eigentümer des Turms, die DFMG Deutsche Funkturm GmbH, hatte ein 50-Millionen-Euro-Sanierungskonzept vorgelegt. Dem Plan zufolge sollte die Bundesregierung die Hälfte der Kosten übernehmen, während sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt die verbleibende Summe teilen. Doch eine Einigung kam nicht zustande, und die Zusage der Bundesförderung läuft Ende 2025 aus.

Viele der deutschen Fernmeldetürme wurden ursprünglich mit öffentlichen Attraktionen wie Aussichtsplattformen und Gastronomiebetrieben erbaut. Im Laufe der Zeit führten strengere Sicherheitsvorschriften und finanzielle Zwänge jedoch zu Schließungen. Der 'Ginnheimer Spargel' ist kein Einzelfall: Auch die Türme 'Colonius' in Köln und 'Nürnberger Ei' in Nürnberg bleiben geschlossen und warten auf Investoren.

Nur noch vier Fernsehtürme in Deutschland sind für Besucher zugänglich: der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Fernsehturm auf dem Frauenkopf. Der Münchner Olympiaturm könnte nach laufenden Sanierungsarbeiten bald wieder dazugehören. Unterdessen bereiten Hamburg und Dresden die Wiedereröffnung ihrer Türme vor – auch hier übernimmt der Bund die Hälfte der Modernisierungskosten.

Die DFMG, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, verwaltet viele dieser Bauwerke, einige wurden jedoch unter dem Namen GD Towers an Investoren verkauft. Ohne zahlende Mieter generieren die Türme heute kaum noch Einnahmen und sind auf alternative Signalverteilung über Glasfaserkabel oder Satelliten angewiesen.

Der 'Ginnheimer Spargel' steht leer da, seine Zukunft hängt von einer Finanzierungslösung ab. Ohne eine gemeinsame Vereinbarung zwischen Land und Stadt bleibt eine Sanierung unwahrscheinlich. Vorerst sind es nur noch eine Handvoll der einst beliebten deutschen Fernmeldetürme in Deutschland, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind.