10 May 2026, 12:03

Felix Banaszak will Männer mit Feminismus für die Grünen gewinnen

Plakat mit der Aufschrift "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Geschlechtergerechtigkeit in der Toilette.

Felix Banaszak will Männer mit Feminismus für die Grünen gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Feminismus auseinandersetzen. Zu seinen jüngsten Initiativen zählen Besuche in Männer-Selbsthilfegruppen sowie ein vielbeachtetes Interview im Playboy. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der junge männliche Wähler zunehmend zu rechtsextremen Parteien wie der AfD tendieren.

Erstmals Schlagzeilen machte Banaszak im Februar, als er im Playboy-Interview junge Männer mit feministischen Ideen ansprechen wollte. Er argumentierte, dass starre Geschlechterrollen nicht nur Frauen, sondern auch Männer benachteiligten – und dass Männer Feminismus als Chance für sich selbst begreifen sollten.

Sein Ansatz hat sich seitdem weiterentwickelt. Nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Komiker Christian Ulmen bezog Banaszak eine schärfere Haltung – auch gegenüber Männern im Allgemeinen, einschließlich sich selbst. Später räumte er ein, dass seine Strategie weniger konfrontativ und ausgewogener sein müsse.

Der Grünen-Politiker hat auch konkrete Schritte unternommen: Er besuchte Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet, und forderte eine bessere Förderung solcher Projekte. Innerhalb seiner Partei arbeitete er mit dem Deutschen Frauenrat zusammen, um Räume zu schaffen, in denen Männer offen über Geschlechterfragen diskutieren können.

Banaszaks Engagement spiegelt eine breitere Sorge um die politische Ausrichtung junger Männer wider. Bei der letzten Bundestagswahl stimmte die überwiegende Mehrheit der unter 24-jährigen Männer für die rechtsextreme AfD, während Frauen desselben Alters eher links der Mitte stehende Parteien bevorzugten. Unterdessen sorgte der AfD-Politiker Maximilian Krah mit einer Aussage in einem Wahlkampfvideo 2024 für Aufsehen: Er deutete an, junge Männer, die Schwierigkeiten hätten, Partnerinnen zu finden, sollten „nach rechts“ tendieren.

Auch Banaszaks persönlicher Stil hat Aufmerksamkeit erregt. Bekannt für seine Vorliebe für die Farbe Pink, ließ er sogar sein Büro in diesem Ton streichen – eine Entscheidung, die vor zwei Jahrzehnten noch beim Torhüter Tim Wiese auf Akzeptanz stieß, als dieser ohne Kritik an seiner Männlichkeit in Pink auflief.

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Banaszaks Kampagne, Männer für feministische Themen zu gewinnen, findet innerhalb der Grünen zunehmend Anklang. Mit seinen Besuchen in Unterstützungsgruppen und Medienauftritten will er die Einstellung junger männlicher Wähler verändern. Der Erfolg seines Vorhabens könnte mitbestimmen, wie Geschlechterpolitik künftige Wahlen in Deutschland prägt.

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