Evonik in der Krise: Chinas Methionin-Expansion bedroht das Kerngeschäft

Admin User
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Ein Raum voller numerous Flaschen und Dosen, mit einem zentralen Banner, das die Supra-Marke und ein Logo in der rechten unteren Ecke anzeigt.

Evonik in der Krise: Chinas Methionin-Expansion bedroht das Kerngeschäft

Evonik steht unter wachsendem Druck, da Analysten vor verschärften Problemen im Kerngeschäft warnen. Der Chemiekonzern wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 63 gehandelt – eine Bewertung, die bei Investoren zunehmend Zweifel an ihrer Berechtigung aufkommen lässt. Aktuelle Herabstufungen und drastisch gesenkte Kursziele haben die Unsicherheit weiter verstärkt.

Am 7. Januar stufte die Privatbank Berenberg die Evonik-Aktie auf „Verkaufen“ herab und senkte das Kursziel von 14,60 auf 11,60 Euro. Dieser Schritt spiegelt die wachsenden Bedenken hinsichtlich grundlegender Risiken im Geschäftsmodell des Unternehmens wider. Anleger sehen nun vor allem das Abwärtsrisiko gegenüber dem korrigierten Zielkurs als größte Gefahr.

Ein zentrales Problem ist die Methionin-Sparte von Evonik, die im vergangenen Jahr schätzungsweise 300 Millionen Euro EBITDA erwirtschaftete. Die für die Tierernährung unverzichtbare Aminosäure war lange ein wichtiger Gewinnträger. Doch Chinas rasante Produktionsausweitung droht den Markt nun zu überfluten. Bis Anfang der 2030er-Jahre könnten chinesische Hersteller 1,5 Millionen Tonnen zusätzliche Kapazitäten aufbauen – ein globaler Anstieg um 50 Prozent, der den heimischen Bedarf bei Weitem übersteigt.

Die Überproduktion drückt bereits auf die Preise. Nach den deutlichen Steigerungen in den Jahren 2021 und 2022 erwarten Analysten nun eine Phase der Rückgänge, die die Margen von Evonik belasten wird. Auch die Prognosen für das betriebliche Ergebnis (EBITDA) in den Jahren 2026 und 2027 wurden deutlich nach unten korrigiert. Für 2027 liegt die Schätzung nun bei 1,77 Milliarden Euro – ganze 10 Prozent unter den Markterwartungen.

Angesichts dieser strukturellen Herausforderungen raten Analysten, dass Vorstandschef Christian Kullmann entschlossene Maßnahmen ergreifen muss. Einige Experten empfehlen sogar eine Zerschlagung des Konzerns, um Aktionärswert freizusetzen und die langfristigen Probleme des Unternehmens anzugehen.

Die hohe Bewertung bei gleichzeitig nachlassenden Gewinnaussichten hält die Anleger in Atem. Mit der drohenden Überkapazität Chinas im Methionin-Geschäft und sinkenden Preisen steht Evonik vor einer kritischen Phase. Nun liegt es an der Unternehmensführung, mit klaren Entscheidungen die zukünftige Profitabilität zu sichern.