25 June 2026, 12:02

Energieeffizienzgesetz reformiert: Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Rechenzentren

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Energieeffizienzgesetz reformiert: Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Rechenzentren

Der Bundeskabinett hat Änderungen am Energieeffizienzgesetz verabschiedet. Die Reformen lockern die Vorschriften für Unternehmen und Betreiber von Rechenzentren, um Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Nach der ursprünglichen Fassung des Gesetzes waren Behörden und Firmen verpflichtet, ihren Energieverbrauch und -verschwendung zu reduzieren, wobei für Rechenzentren besonders strenge Regeln galten. Künftig müssen nur noch Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden ein Energiemanagement- oder Umweltmanagementsystem einführen.

Rechenzentrumsbetreiber erhalten nun vier statt zwei Jahre, um die Effizienzziele zu erreichen. Zudem haben sie bis 2030 Zeit, ihren Strombedarf vollständig durch erneuerbare Energien auszugleichen. Die Pflicht zur Nutzung von Abwärme entfällt, sofern kein lokales Fernwärmenetz existiert.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betonte, die Reformen würden Bürokratie abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Peter Adrian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnete die Änderungen als „deutliche Entlastung“ für die Wirtschaft.

Kritik an den Reformen kommt von Umweltschützern und Experten. Linda Klapdor, Technologieexpertin von Greenpeace, warnte vor Schlupflöchern für Tech-Konzerne und höheren Emissionen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach von einer „Kapitulation vor den Tech-Giganten“ mit ökologischen und wirtschaftlichen Risiken. Katharina Reuter vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft warf der Regierung vor, Klimaziele und wirtschaftliche Interessen nicht ausreichend in Einklang zu bringen.

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