31 March 2026, 08:04

Deutschlands Autoindustrie verliert an Boden – China überholt Europa mit Tempo

Eine Liniengrafik, die den Anstieg der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschlands Autoindustrie verliert an Boden – China überholt Europa mit Tempo

Deutschlands Rolle in der europäischen Autoindustrie hat in den vergangenen zehn Jahren an Gewicht verloren. 2015 stammten noch 39 Prozent der in Europa produzierten und verkauften Fahrzeuge aus Deutschland – 2024 waren es nur noch 34,6 Prozent. Gleichzeitig sank die Gesamtproduktion im Land von 5,7 Millionen auf gerade einmal 4 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang um fast 30 Prozent.

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Auch der europäische Markt insgesamt verzeichnete einen deutlichen Einbruch. 2024 fertigten Hersteller in der EU und Großbritannien zusammen rund 12,5 Millionen Pkw – fast 4 Millionen weniger als 2015. Europas globaler Anteil an der Pkw-Produktion hat sich seit dem Jahr 2000 sogar halbiert: von einst 36 Prozent auf nur noch 18,5 Prozent im vergangenen Jahr.

China hingegen hat sich an die Spitze gesetzt. 2024 produzierte das Land 30 Prozent mehr Personenwagen als 2015 und ist heute weltweit führend bei der Herstellung von Elektroautos – Deutschland folgt auf Platz zwei. Experten, darunter das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung, sehen im harten internationalen Wettbewerb, insbesondere mit China, eine der größten Herausforderungen. Zudem belasten ungünstige politische Rahmenbedingungen die Branche: abgeschwächte EU-CO₂-Flottengrenzen, eine mangelhafte Ladeinfrastruktur sowie die Notwendigkeit von Subventionen für Batterieproduktion und Kaufanreize.

Produktionsverlagerungen haben die europäische Automobillandschaft grundlegend verändert. Die britische Fahrzeugproduktion ist seit 2000 um 53 Prozent geschrumpft, während Frankreich (–68 Prozent) und Italien (–78 Prozent) noch stärkere Einbrüche hinnehmen mussten. Dagegen hat sich die Tschechische Republik zum drittgrößten Automobilproduzenten Europas hochgearbeitet – hinter Spanien und Deutschland. Außerhalb der EU bauten die Türkei und Marokko ihre Kapazitäten jeweils um 50 Prozent aus und stellen heute jährlich rund 1,5 Millionen Fahrzeuge her.

Trotz des Abschwungs bleibt Deutschland ein wichtiger Exportstandort: Rund 30 Prozent der hier produzierten Pkw gehen in Märkte außerhalb Europas.

Die deutsche Autoindustrie steht unter zunehmendem Druck durch globale Konkurrenten und strukturelle Probleme im Inland. Angesichts sinkender Produktionszahlen und Chinas wachsender Dominanz fordern Hersteller mehr politische Unterstützung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Umstellung auf Elektromobilität verschärft die Lage zusätzlich – denn Subventionen und Infrastruktur bleiben entscheidend für das künftige Wachstum.

Quelle