15 January 2026, 14:06

Wohnungsnot in Deutschland erreicht historischen Tiefstand – wer bleibt auf der Strecke?

Ein detailliertes altes Stadtplan von Chropatschow, Deutschland, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Bevölkerung und bemerkenswerte Merkmale der Stadt bereitstellt.

Studie: 376.000 Wohnungen fehlen in NRW - Wohnungsnot in Deutschland erreicht historischen Tiefstand – wer bleibt auf der Strecke?

Deutschlands Wohnungsnot erreicht Ausmaße wie seit den frühen 1990er-Jahren nicht mehr

Ein bundesweiter Mangel von 1,4 Millionen Wohnungen trifft vor allem junge Menschen und ältere Erwachsene besonders hart. Selbst ländliche Regionen, die einst weniger betroffen waren, kämpfen mittlerweile mit massivem Wohnungsdruck.

Nordrhein-Westfalen besonders betroffen Nordrhein-Westfalen (NRW) gehört zu den am stärksten betroffenen Gebieten – hier fehlen Schätzungen zufolge 376.000 Wohnungen. Die Lage hat sich weiter verschärft, da der Wohnungsbau ins Stocken gerät: 2024 wurden nur 41.000 neue Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um den Bedarf zu decken, müsste das Land bis 2030 jährlich rund 94.000 Wohnungen bauen.

Bezahlbarer Wohnraum bleibt Mangelware Günstiger Wohnraum, insbesondere Sozialwohnungen, ist nach wie vor dramatisch knapp. Viele preisgebundene Wohnungen in NRW verlieren bis 2030 ihren Mieterschutz – was die Situation zusätzlich verschärft. Die Knappheit wirkt sich auch auf den Alltag aus: Ausbildungsverträge platzen, weil es an Unterkünften fehlt. Besonders benachteiligte Gruppen wie einkommensschwache Familien finden kaum noch bezahlbaren und stabilen Wohnraum.

Krise erfasst auch ländliche Gebiete Die Wohnungsnot hat längst die Städte verlassen und erreicht nun auch ländliche Regionen wie das Münsterland. Noch vor wenigen Jahren von akutem Mangel verschont, kämpfen diese Gebiete heute damit, genug Wohnraum für die Bevölkerung bereitzustellen. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen werde sich die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage weiter vergrößern, warnen Experten.

Keine Entspannung in Sicht Die Wohnungslücke zeigt keine Anzeichen einer Besserung. NRW müsste fast doppelt so schnell bauen wie bisher, um den künftigen Bedarf zu decken. Ohne rasches Handeln werden der Wegfall der Mietpreisbremse und die stagnierenden Bauzahlen Tausende weitere Haushalte ohne bezahlbare Optionen zurücklassen. Die Krise belastet bereits jetzt Bildung, Arbeitsmarkt und den sozialen Zusammenhalt im gesamten Land.

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