Willich schließt fünf Kitas bis 2027 – Eltern fühlen sich abgehängt
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote in den nächsten drei Jahren um. Bis 2027 werden fünf Kitas geschlossen oder verlegt – bedingt durch veränderte Nachfrage und Haushaltszwänge. Die Stadt rechnet nun bis 2029 mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen und kehrt damit die bisherige Knappheit um.
Trotz der Umstrukturierung fühlen sich einige Eltern im Norden Willichs ohne lokale Alternativen zurückgelassen. Die Anpassungen zielen darauf ab, die Einrichtungen zu modernisieren und die Effizienz zu steigern, doch nicht alle Familien sind mit den Ergebnissen zufrieden.
Die erste größere Veränderung betrifft das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK, das bis zum 31. Juli 2026 schließt. Die AWO-Einrichtung Blaues Haus in Schiefbahn erhält hingegen eine verlängerte Förderung bis zu diesem Datum; danach wird über ihre Zukunft mit den Trägern verhandelt.
Bis zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 folgen drei weitere Schließungen oder Umzüge: Die Einrichtungen Dietrich-Bonhoeffer und St. Irmgardis werden geschlossen, während der Alperhof nach dem Abriss seines aktuellen Gebäudes umzieht. Die Kita Alperhof eröffnet am Standort des Generationenprojekts Reinershof neu – neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus von der ursprünglichen Stelle entfernt.
Das Gebäude von St. Irmgardis bleibt nicht lange leer: Ab dem Kita-Jahr 2027/2028 übernimmt die Villa Kunterbunt die Räumlichkeiten und bietet erweiterte Services wie Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung an. Die modernisierte Einrichtung schafft mehr Kapazitäten und bessere Ausstattung.
Finanzielle Engpässe und sinkende Nachfrage haben die Stadt dazu veranlasst, Pläne für zwei neue kommunale Kitas aufzugeben. Stattdessen schließen private Anbieter wie die Glückskinder-Kita – mit 50 Plätzen und verlängerten Öffnungszeiten – die Lücken. Die Stadt und der Kirchenverband werden weitere Gespräche führen, um eventuelle Bedarfe zu decken.
Die Umstrukturierung spiegelt einen grundlegenden Wandel wider: Willich steht vor einem Überangebot an Betreuungsplätzen – ein Kontrast zu den früheren Engpässen. Dennoch kritisieren Familien in den nördlichen Stadtteilen, dass die Schließungen ihnen weniger praktikable Optionen lassen und die Attraktivität der Gegend für junge Eltern mindern könnten.
Bis 2027 werden fünf Kitas geschlossen oder verlegt. Erweiterte Angebote in der Villa Kunterbunt und neue private Träger sollen die Veränderungen ausgleichen. Zwar geht die Stadt davon aus, dass genug Plätze für alle Kinder zur Verfügung stehen, doch einige Familien müssen mit längeren Fahrzeiten oder weniger Betreuungsmöglichkeiten vor Ort leben.