12 April 2026, 14:09

Wie der Ford-Streik 1973 migrantische Arbeiterrechte in Deutschland veränderte

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, beschriftet mit "Neue Eisengießerei, die erste Fabrik in Deutschland."

Wie der Ford-Streik 1973 migrantische Arbeiterrechte in Deutschland veränderte

Ein neues Buch beleuchtet einen entscheidenden Moment der deutschen Arbeitsgeschichte

Am 30. August 1973 legten migrantische Arbeiter im Ford-Werk Köln die Arbeit nieder, um gegen harte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne zu protestieren. Die Auseinandersetzung endete gewaltsam: Polizei und Teile der deutschen Belegschaft griffen die Streikenden an – gedeckt von den Behörden.

Auslöser des Streiks waren Forderungen nach einer zusätzlichen D-Mark pro Stunde sowie bessere Behandlung. Viele der migrantischen Beschäftigten litten unter Armutslöhnen, Diskriminierung und gefährlichen Arbeitsbedingungen. Bald folgten ähnliche Aktionen in anderen Betrieben, etwa bei Pierburg in Neuss und Hella in Lippstadt, wo Migrant:innen ebenfalls erfolgreiche Arbeitsniederlegungen organisierten.

Die Konflikte bei Ford eskalierten, als Polizei und Werksschutz eingriffen. Einige deutsche Kollegen beteiligten sich an der gewaltsamen Niederschlagung – geschützt durch die Beamten. Trotz der Repression gilt der Streik heute als Wendepunkt für die Selbstermächtigung von Migrant:innen in Deutschland.

Das kürzlich erschienene Buch "Der Streik hat mir als jungem Menschen Kraft gegeben. Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus" (herausgegeben von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis) setzt sich mit diesen Ereignissen auseinander. Der 467-seitige Band kostet 22 Euro und beleuchtet unter anderem die Rolle des Betriebsrats und der IG Metall während des Ford-Konflikts.

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Die Publikation verbindet historische Kämpfe mit aktuellen Debatten. Sie zeigt, wie migrantische Arbeiter:innen bis heute gegen Ausbeutung kämpfen – etwa als Fahrradkurier:innen, die sich gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse wehren.

Der Ford-Streik von 1973 erfährt in antirassistischen und gewerkschaftlichen Kreisen neue Aufmerksamkeit. Mit dem Buch bleibt das Ereignis Teil der Diskussion über Migrantenrechte und soziale Gerechtigkeit am Arbeitsplatz. Die Analyse vergangener und gegenwärtiger Konflikte liefert ein präzises Protokoll des Widerstands gegen Ausbeutung.

Quelle