Westfleisch unter Druck: Ausländische Arbeitskräfte zahlen Tausende für Jobs in Deutschland
Miriam KönigWestfleisch unter Druck: Ausländische Arbeitskräfte zahlen Tausende für Jobs in Deutschland
Deutscher Fleischverarbeiter Westfleisch gerät wegen Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte in die Kritik
Untersuchungen zufolge haben hunderte vietnamesische und indische Beschäftigte hohe Summen an Vermittler gezahlt, um eine Stelle beim Unternehmen zu erhalten. Die Erkenntnisse werfen Fragen zur Transparenz des Einstellungsverfahrens auf.
In den vergangenen drei Jahren warb Westfleisch 464 vietnamesische Arbeitskräfte über fragwürdige Kanäle an. Berichten der Zeit und des Recherchezentrums RUMS zufolge zahlten einige Bewerber bis zu 13.000 Euro, um eine Anstellung zu sichern. Das Unternehmen setzt zunehmend auf befristete Verträge mit Arbeitskräften aus asiatischen Ländern wie Vietnam und Indien.
Westfleisch gab an, erst nach der Ankunft der Mitarbeiter in Deutschland von den hohen Gebühren erfahren zu haben. Als Reaktion plant das Unternehmen nun, eine eigene Personalvermittlungsagentur in Vietnam zu eröffnen. Damit sollen Zwischenhändler ausgeschlossen und die Kontrolle über den Einstellungsprozess verbessert werden.
Die Vorwürfe verdeutlichen grundsätzliche Probleme bei der Abhängigkeit des Konzerns von externen Personalvermittlern. Kritiker bemängeln, dass das aktuelle System Arbeitskräfte bereits vor Arbeitsantritt der Ausbeutung aussetzt.
Die Entscheidung, ein eigenes Rekrutierungsbüro in Vietnam einzurichten, folgt auf Berichte über überhöhte Vermittlungsgebühren, die ausländische Arbeitskräfte zahlen mussten. Das Unternehmen betont, das Problem erst nach der Ankunft der Beschäftigten erkannt zu haben. Der Fall hat Forderungen nach strengeren Kontrollen bei der Personalrekrutierung in der Fleischindustrie ausgelöst.






