22 February 2026, 04:03

Weißstörche in NRW feiern Rekordjahr mit über 1.000 Brutpaaren

Ein detailliertes Bild von zwei Storken, die auf einem Nest aus Zweigen und Gras stehen, mit langen Hälsen und Schnäbeln, vor einem weißen Hintergrund.

Angepasster Storch - Die Neue Welt der Wei├čen Storken - Weißstörche in NRW feiern Rekordjahr mit über 1.000 Brutpaaren

Weißstörche in Nordrhein-Westfalen erreichen höchsten Stand seit Jahrzehnten

In Nordrhein-Westfalen (NRW) haben die Weißstörche im Jahr 2025 mit 1.027 Brutpaaren und 1.540 flügge gewordenen Jungvögeln einen historischen Höchststand erreicht – eine beeindruckende Erholung im Vergleich zu nur drei Brutpaaren im Jahr 1991. Veränderte Zugrouten und milde Winter haben eine Schlüsselrolle bei diesem Comeback gespielt.

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Die Population der Weißstörche in NRW war 1991 auf einem Tiefpunkt angelangt: Nur drei Brutpaare überlebten damals im Bereich der Weser. Seither haben Naturschutzmaßnahmen und veränderte Umweltbedingungen der Art zu neuer Blüte verholfen. Bis 2025 stieg die Zahl auf 1.027 Brutpaare – ein Rekordwert.

Große Kolonien haben sich insbesondere im Kreis Minden-Lübbecke, vor allem in Petershagen, wieder angesiedelt, wo in diesem Jahr 190 Paare brüteten. Auch der Kreis Wesel und die Lippe-Auen zählen zu den wichtigen Lebensräumen der Vögel.

Ihre Zuggewohnheiten haben sich deutlich gewandelt: Immer mehr Störche wählen die kürzere und sicherere Westroute in Richtung Westafrika und Mittelmeer statt der traditionellen Ostroute nach Ostafrika. Diese Veränderung hängt mit der Klimaveränderung zusammen, die die Winter in den westlichen Überwinterungsgebieten milder gemacht hat. Dadurch kehren die Störche früher nach Deutschland zurück als in früheren Jahrzehnten.

Auch ihr Speiseplan hat sich angepasst: Standen früher Frösche auf dem Speisezettel, fressen die Vögel heute vermehrt Regenwürmer, Engerlinge und sogar Feldmäuse. Dennoch bleiben Herausforderungen: Die Vogelgrippe hat in Spanien bereits Störche getroffen, doch das volle Ausmaß wird sich erst zeigen, wenn alle Vögel zurückgekehrt sind. Zudem könnten anhaltende Sommertrockenheiten die Nahrungsversorgung und den Bruterfolg gefährden.

Grundbesitzer können die Störche unterstützen, indem sie sichere Nistplätze bereitstellen und für Nahrungsquellen in der Nähe sorgen. Diese Maßnahmen – kombiniert mit günstigen Klimabedingungen – haben maßgeblich zum beeindruckenden Wiederaufstieg der Art beigetragen.

Der Erfolg der Weißstörche in NRW ist sowohl ein Ergebnis gezielter Artenschutzmaßnahmen als auch veränderter Umweltbedingungen. Mit 1.540 flüggen Jungvögeln im Jahr 2025 wächst die Population weiter. Doch anhaltende Bedrohungen wie die Vogelgrippe und extreme Dürreperioden machen deutlich: Die Zukunft der Störche hängt von anhaltendem Lebensraumschutz und stabilen Wetterverhältnissen ab.