29 March 2026, 20:03

Weidemilch: Warum 120 Tage Weidegang oft nur die halbe Wahrheit sind

Eine Herde Kühe, die auf einer Wiese neben einem Bauernhof grasen, mit einem Wagen auf der rechten Seite, einem Zaun im Hintergrund, Bäumen, Hügeln und einem klaren Himmel.

Weidemilch: Warum 120 Tage Weidegang oft nur die halbe Wahrheit sind

"Weidemilch" – was steckt wirklich hinter dem Label?

Wer in Deutschland zu Weidemilch greift, könnte annehmen, dass die Kühe das ganze Jahr über auf der Weide grasen. Doch das Label garantiert lediglich mindestens 120 Tage im Freien. Wie die Tiere den Rest des Jahres gehalten werden, kann stark variieren – und nicht alle Betriebe halten dieselben Standards ein.

Denn "Weidemilch" ist kein gesetzlich geschützter Begriff. Jeder Produzent darf ihn verwenden, solange die Kühe mindestens 120 Tage im Jahr draußen verbringen. Sabine Klein vom Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass die Haltungspraktiken zwischen den Höfen stark differieren: Manche Tiere kehren für die übrige Zeit in enge, schlecht belüftete Ställe zurück.

Doch nicht alle Siegel bieten dieselben Garantien. Milch mit dem "3-Logo" kann von Kühen stammen, die dauerhaft im Stall gehalten werden – es sei denn, es trägt zusätzlich den "Weidemilch"-Hinweis. Strengere Label wie Pro Weideland, "Für mehr Tierschutz" (Premium-Stufe) oder Bio-Zertifizierungen verbieten dagegen die Anbindehaltung. Auch die Angabe der Haltungsformen 3, 4 und 5 auf Weidemilch-Verpackungen schließt die ganzjährige Anbindung aus.

Fachleute sind sich einig: Weidegang kommt der Gesundheit und dem Verhalten der Tiere zugute. Dennoch garantiert in Deutschland kein Siegel über die gesetzliche Mindestvorgabe hinaus ganzjährigen Auslauf. Ohne schärfere Regeln bleibt Verbrauchern verborgen, wie die Kühe außerhalb der Weidezeit gehalten werden.

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Das "Weidemilch"-Label setzt zwar eine Grundanforderung, lässt aber Spielraum. Wer höhere Tierwohlstandards sucht, sollte auf zusätzliche Zertifikate achten. Fehlen diese, verbringen die Kühe einen Großteil des Jahres möglicherweise unter Bedingungen, die mit der Idylle freier Weiden wenig gemein haben.

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