Warnstreik bei HKM: 3.000 Jobs in Duisburg auf der Kippe
Beschäftigte der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg werden am Montag zu einem Warnstreik aufrufen, um gegen Pläne zum Verkauf oder zur Schließung des Werks durch Thyssenkrupp zu protestieren. Der Schritt erfolgt, nachdem die Verhandlungen ins Stocken geraten sind – die Belegschaft kämpft um den Erhalt des Standorts und der 3.000 Arbeitsplätze. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) wird die Kundgebung am Tor 3 unterstützen.
Der Streik folgt einer Protestaktion vor der Hauptversammlung von Thyssenkrupp in Bochum vergangenen Freitag. Die Arbeiter erhöhen den Druck, während der Mehrheitsaktionär Thyssenkrupp Steel seinen 50-Prozent-Anteil an HKM veräußern will. Der Aufsichtsrat des Konzerns hat bereits beschlossen, ab April 2025 keine Halbzeuge mehr von HKM zu beziehen.
Die Entscheidung Thyssenkrupps ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, die auf Effizienz statt auf Expansion setzt. Zwischen 2021 und 2025 litt das Unternehmen unter sinkender Produktion und rückläufigen Umsätzen – bedingt durch schwache Stahlnachfrage, hohe Energiepreise und die europäische Energiekrise. Die Salzgitter AG, die 30 Prozent an HKM hält, hat Interesse an einer Übernahme signalisiert, plant jedoch die Stilllegung der beiden Hochöfen zugunsten einer elektrischen Stahlproduktion.
Salzgitter warnte zudem, dass die Halbzeuge aus HKM für eigene Tochterunternehmen unverzichtbar seien und sich nur schwer ersetzen ließen. Diese Abhängigkeit verschärft die Dringlichkeit des Kampfes der Belegschaft um den Erhalt des Werks.
Der Warnstreik unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen Arbeitnehmern, Thyssenkrupp und Salzgitter um die Zukunft von HKM. Mit 3.000 bedrohten Arbeitsplätzen und gefährdeten Produktionsketten wird das Ergebnis der Verhandlungen die Stahlindustrie in Duisburg prägen. Die Anwesenheit von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas bei der Kundgebung verdeutlicht die politische Brisanz des Konflikts.






