Waghalsige Tradition: Tausende feiern den Narrensprung in Rottweil trotz Kälte
Lotta AlbrechtFaschingssturm trifft Rottweil - wild, bunt und unerschütterlich - Waghalsige Tradition: Tausende feiern den Narrensprung in Rottweil trotz Kälte
Tausende Feiernde trotzten kühlem Wetter, um an den Fasnetsmontag-Feierlichkeiten in den Bundesländern Deutschlands teilzunehmen. Höhepunkt war der Narrensprung in Rottweil – ein waghalsiger Brauch, bei dem kostümierte Gestalten mit langen Holzstangen über die Straßen sprangen. Schaulustige säumten die Wege, um das Spektakel zu verfolgen, das Teil des jahrhundertealten schwäbisch-alemannischen Fasnetsbrauchtums ist.
Die Feiern begannen früh in Rottweil, wo sich über 3.000 maskierte Narren um 8 Uhr am Schwarzen Tor versammelten. In aufwendigen Häs-Kostümen – oft kombiniert mit handgeschnitzten Holzmasken – führten sie akrobatische Stangensprünge auf, eine Tradition, die mindestens seit 1986 dokumentiert ist. Viele Figuren ließen sich von lokalen Sagen inspirieren, wie dem gefiederten Federahannes oder dem schellenbekränzten Gschell, andere verkörperten mythische Wesen und Tiere.
Im Laufe des Tages verbreiteten sich die Feierlichkeiten bis nach Schramberg, wo kostümierte Gruppen in geschmückten Holzbütten die Schiltach hinabrasten. Die Veranstaltung verband spielerischen Wettbewerb mit tief verwurzelten Bräuchen, darunter auch Einflüsse des rheinischen Karnevals wie Tanzgruppen und königlich inspirierte Figuren.
Trotz der Kälte füllten Zuschauer die Straßen und verfolgten Traditionen wie das Narrenlied (Narrenlieder) und den Reigen (Reigentanz). Organisiert von örtlichen Zünften, zeigten die Feiern die einzigartige Mischung der Region aus Geschichte, Humor und Gemeinschaftsgeist.
Die schwäbisch-alemannische Fasnet bewies einmal mehr ihren ungebrochenen Reiz – Veranstaltungen wie der Narrensprung ziehen Jahr für Jahr große Menschenmengen an. Von Rottweils Stangenspringern bis zu Schrambergs Flussrennen hielten die Feiern uralte Bräuche lebendig. Die Traditionen werden auch künftig die vorösterliche Zeit in den Bundesländern Deutschlands prägen.






