Von Durchstreichen zur Gleichheit - Solinger Pastoren teilen ihre Geschichten

Von Durchstreichen zur Gleichheit - Solinger Pastoren teilen ihre Geschichten
Von Durchstreichungen zur Gleichberechtigung – Solinger Pfarrer:innen erzählen ihre Geschichten
50 Jahre Gleichstellung in der Gemeinde – Wie Frauen auf die Kanzel kamenSolingen – Genau die Hälfte der 26 Pfarrer:innen im Kirchenkreis Solingen sind heute Frauen. Was heute selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis eines langen kirchlichen und gesellschaftlichen Lernprozesses. Denn die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt erreichte die Evangelische Kirche erst schrittweise.
22. Dezember 2025, 09:50 Uhr
Der Kirchenkreis Solingen hat einen Meilenstein in Sachen Geschlechtergerechtigkeit erreicht: Zum ersten Mal sind genau die Hälfte der 26 Pfarrer:innen Frauen. Dieser Wandel spiegelt Jahrzehnte des Umdenkens wider, die die Evangelische Kirche im Rheinland in ihrer Haltung zu Frauen in Führungspositionen durchlaufen hat.
Der Weg zur Gleichberechtigung begann 1975, als die Kirche Frauen und Männer rechtlich gleichstellte – zumindest auf dem Papier. Zuvor hatten Pionierinnen wie Gisela Vogel, die erste Oberkirchenrätin im Rheinland, mit Vorbehalten zu kämpfen, allein wegen ihres Geschlechts. Selbst während des Zweiten Weltkriegs übernahmen Frauen seelsorgerische Aufgaben – nur um nach Kriegsende wieder an den Rand gedrängt zu werden, als die Männer aus dem Dienst zurückkehrten.
Dr. Ilka Werner, heute Superintendentin des Solinger Kirchenkreises, erlebte zu Beginn ihrer Laufbahn noch Skepsis. Ihre Erfahrungen stehen im Kontrast zu denen jüngerer Theolog:innen wie Raphaela Demski-Galla, die 2006 mit etwa 20 Jahren ihr Theologiestudium begann. Für ihre Generation war die Gleichberechtigung bei der Ordination bereits gelebte Normalität. Zu diesem Zeitpunkt stellten Frauen bereits die Mehrheit der Studierenden in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Heute setzt die Kirche nicht nur auf Geschlechtergerechtigkeit, sondern auch auf Vielfalt in sexueller Orientierung und Alter. Die ausgeglichene Verteilung von 13 Frauen und 13 Männern unter den Solinger Pfarrer:innen ist ein greifbares Ergebnis dieser langfristigen Bemühungen.
Die paritätische Besetzung des Pfarrteams in Solingen zeigt, wie weit die Kirche gekommen ist. Die rechtlichen Weichenstellungen von 1975 bildeten die Grundlage – doch erst der Generationswechsel machte Gleichberechtigung zur Realität. Heute schätzt die Kirche aktiv eine breitere Palette an Hintergründen unter ihren Führungskräften.

