30 April 2026, 08:04

Vom kasachischen Dorf zum deutschen Meister: Ein Gewichtheber findet seine Heimat

Schwarze und weiße Illustration eines Papiers mit der Überschrift "Was ist das Vaterland der Deutschen? Die Rheinwacht" mit Bildern von Menschen.

Vom kasachischen Dorf zum deutschen Meister: Ein Gewichtheber findet seine Heimat

Alexander Neufeld, ehemaliger Profi-Gewichtheber und heute Grundschullehrer, hat den Großteil seines Lebens in Deutschland verbracht, nachdem er als Kind aus Kasachstan ausgewandert ist. Geboren im Dorf Komsomolez – heute Karabalyk genannt – kam er 1991 mit seiner Familie nach Deutschland, als Teil der Welle der Aussiedler, die als ethnische Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion umgesiedelt wurden. Sein Weg von einem kleinen kasachischen Dorf bis zum deutschen Gewichtheber-Champion ist eine Geschichte von Anpassung, Hingabe und lebenslanger Leidenschaft für den Sport.

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Neufelds Familie verließ Kasachstan Anfang der 1990er-Jahre auf der Suche nach einem Neuanfang in Deutschland. Am 6. Juni 1991 traf er mit der Familie seines Vaters ein, während die mütterliche Seite zwei Jahre später folgte. Nach Aufenthalten in verschiedenen Aufnahmeeinrichtungen ließen sie sich schließlich in Nordrhein-Westfalen nieder, zunächst in Dortmund-Nette, später in Eberbach-Pleutersbach in Baden-Württemberg. Heute lebt er in einer ländlichen Gegend, in der viele Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion wohnen, darunter auch ein Nachbar, der ebenfalls aus Kasachstan stammt.

Sein erster Kontakt mit dem Gewichtheben erfolgte früh – sein Vater, der in Kasachstan selbst aktiv im Sport gewesen war und als Trainer arbeitete, führte ihn daran heran. Von 1998 bis 2016 trat Neufeld professionell an, gewann mehrfach die deutsche Meisterschaft und holte Silber bei den Junioren-Europameisterschaften. Noch heute, mit 44 Jahren, gehört er zur Spitze seines Fachs und hält den aktuellen deutschen Titel in der Altersklasse 40–45 der "Masters"-Kategorie.

Während seiner Karriere wurde Neufeld von Johann Martin unterstützt, einem bekannten Kraftsportler mit kasachischen Wurzeln und langjährigem Familienfreund. Trotz seines Erfolgs in Deutschland empfindet Neufeld noch immer Wehmut für seine Kindheit in Kasachstan. Er vermisst die Einfachheit des Lebens dort, die natürliche Umgebung und die enge Gemeinschaft, die seine frühen Jahre prägte.

Neben dem Gewichtheben hat sich Neufeld in Deutschland ein stabiles Leben aufgebaut. Er arbeitet als verbeamteter Grundschullehrer – ein Beruf, den er von Herzen liebt. Seine Geschichte spiegelt sowohl die Herausforderungen der Migration als auch die Belohnungen von Durchhaltevermögen in einer neuen Heimat wider.

Neufelds Leben umfasst zwei Länder: von seinen frühen Jahren in Kasachstan bis zu seinen Erfolgen in Deutschland. Als Meister im Gewichtheben, engagierter Lehrer und Teil einer engen Gemeinschaft hat er sich in seiner neuen Heimat ein erfülltes Dasein geschaffen. Sein Werdegang zeigt, wie sehr Herkunft und Ehrgeiz auch Jahrzehnte nach dem Verlassen der Geburtsstätte miteinander verbunden bleiben.

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