02 May 2026, 14:07

Vier Ampeln auf 20 Metern: Warum Rheda-Wiedenbrücks Radweg-Projekt für Ärger sorgt

Eine vielbefahrene Autobahn mit hohen Gebäuden, Straßenlaternen, Lichtern, Werbetafeln, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Vier Ampeln auf 20 Metern: Warum Rheda-Wiedenbrücks Radweg-Projekt für Ärger sorgt

Eine umstrittene Ampelanlage in Rheda-Wiedenbrück hat für Kritik gesorgt, nachdem die Stadt auf nur 20 Metern gleich vier Lichtsignale installiert hat. Die ungewöhnliche Anordnung, die von Behörden als verwirrend beschrieben wird, war Teil eines Radwegprojekts, das staatliche Fördergelder erforderte. Nun stellen Steuerzahlerverbände die Entscheidungsfindung hinter dem Vorhaben infrage.

Der Streit begann, als Rheda-Wiedenbrück staatliche Mittel für den Bau eines Radwegs entlang einer alten Bahnstrecke beantragte. Eine zentrale Auflage war die sichere Querung der Pixeler Straße für Radfahrer. Doch die gewählte Lösung – vier Ampeln auf einer Strecke von nur 20 Metern – wich deutlich von gängigen Standards ab, nach denen Signale in der Regel mindestens vier Meter voneinander entfernt stehen.

Sieben verschiedene Behörden waren in die Sicherheitsbewertung der Querung eingebunden. Ihre widersprüchlichen Einschätzungen führten zu Verzögerungen und Unsicherheit. Die Stadt gab später zu, dass die endgültige Anordnung verwirrend sei, behauptete jedoch, die Bezirksregierung habe auf diese Lösung bestanden. Jede Alternative hätte riskiert, die gesamten Fördermittel für den Radweg zu verlieren.

Der Bund der Steuerzahler hat das Projekt inzwischen in sein „Schwarzbuch“ der Steuergeldverschwendung in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Die Organisation kritisierte das Fehlen klarer Verantwortlichkeiten – keine der beteiligten Stellen wollte die Entscheidung letztlich verantworten. Die Kosten für die Steuerzahler belaufen sich auf insgesamt 47.000 bis 51.000 Euro, hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro.

Die Ampelanlage bleibt trotz aller Kritik bestehen. Die Stadt räumt ein, dass das Design ungewöhnlich ist, betont jedoch, dass die Förderauflagen keine andere Option zuließen. Die Steuerzahler werden die Kosten – einschließlich der jährlichen Instandhaltung – weiter tragen, während die Debatte über die Notwendigkeit des Projekts andauert.

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