ViDeLL: Wie virtuelle Logistikspuren den Güterverkehr revolutionieren sollen
Miriam KönigViDeLL: Wie virtuelle Logistikspuren den Güterverkehr revolutionieren sollen
ViDeLL: Innovatives Verkehrskonzept gegen Staus durch wachsenden Güterverkehr
Ein neues Verkehrsprojekt mit dem Namen ViDeLL ist gestartet, um die zunehmende Überlastung durch den Güterverkehr zu bewältigen. Unter der Leitung des Lehrstuhls Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen soll die Initiative virtuelle Straßenabschnitte für automatisierte Logistikfahrzeuge entwickeln. Experten warnen, dass ohne innovative Lösungen der steigende Güterverkehr die städtischen Straßen bald an ihre Grenzen bringen könnte.
Das ViDeLL-Projekt setzt nicht auf den Bau physisch separater Spuren, sondern auf flexible Verkehrslösungen. Mithilfe intelligenter Straßenmarkierungen, automatisierter Fahrzeuge und Sensornetzwerken sollen virtuelle Logistikspuren entstehen. Diese passen sich dynamisch an und werden über eine zentrale Steuerungsplattform sowie KI-gestützte Algorithmen verwaltet.
Das ViDeLL-Konsortium, zu dem Partner wie Ford, Bosch und die RWTH Aachen gehören, arbeitet an Lösungen für die städtische Last-Mile-Zustellung, den Einzelhandelslogistikverkehr und den industriellen Transport zwischen Produktionsstandorten. Neben der technischen Umsetzung untersucht das Team auch die Interaktion zwischen automatisierten Logistikfahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern. Rechtliche und sicherheitstechnische Herausforderungen stehen ebenfalls im Fokus: Das Projekt wird Vorschläge für gesetzliche Anpassungen erarbeiten, ein Sicherheitsrahmenwerk entwerfen und Zulassungsverfahren für automatisierte Logistiksysteme prüfen. Finanziert wird die Initiative von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der EU, was eine breite Unterstützung sichert.
Professor Achim Kampker, Leiter des PEM-Lehrstuhls, betont die Dringlichkeit des Vorhabens. Traditionelle Infrastruktur könne die künftige Nachfrage im Güterverkehr nicht bewältigen, so Kampker. Virtuelle Lösungen böten eine kostengünstige Alternative zu physischen Ausbauprojekten und steigerten die Effizienz ohne große Baumaßnahmen.
Ziel von ViDeLL ist ein rechtlich, technisch und wirtschaftlich tragfähiges System für die automatisierte Logistik. Durch den Einsatz von KI, Sensornetzwerken und dynamischem Spurmanagement soll das Projekt Staus in Ballungsräumen verhindern. Die Ergebnisse könnten künftige Verkehrsrichtlinien und Infrastrukturplanungen in ganz Europa prägen.






