US-Forscher fliehen nach Deutschland – Klimawissenschaft profitiert von amerikanischen Kürzungen
Miriam KönigUS-Forscher fliehen nach Deutschland – Klimawissenschaft profitiert von amerikanischen Kürzungen
US-Forscher blicken zunehmend nach Europa – Deutschland profitiert von Kürzungen in den USA
Angesichts von Finanzkürzungen an US-amerikanischen Universitäten richten immer mehr Wissenschaftler aus den USA ihren Blick auf Europa. Besonders betroffen ist die Klimaforschung, die mit drastischen Einbußen bei der Förderung zu kämpfen hat. Gleichzeitig verzeichnen deutsche Austauschprogramme ein stark gestiegenes Interesse seitens US-amerikanischer Forscher.
Der Trend ist Teil einer breiteren Verschiebung der Forschungsprioritäten seit 2017. Viele Wissenschaftler suchen inzwischen in deutschen Einrichtungen nach Stabilität und besseren Ressourcen.
Seit Beginn von Donald Trumps Präsidentschaft wurden die Forschungsgelder in den USA – vor allem in der Klimawissenschaft – massiv gekürzt. Führende US-Universitäten melden schrumpfende Budgets, was Forscher dazu veranlasst, nach Alternativen im Ausland Ausschau zu halten. Viele haben Deutschland im Visier, wo akademische Austauschprogramme sicherere Finanzierungsmöglichkeiten bieten.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die weltweit größte Förderorganisation für internationale akademische Mobilität, verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Bewerbungen. Die Anfragen für seine Master-Stipendien in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist das Interesse deutscher Studierender an einem Studium in den USA um etwa 10 Prozent gesunken.
Auch andere deutsche Institutionen wie die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft registrieren vermehrt Anfragen von US-Wissenschaftlern. Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Unsicherheit bei der Forschungsfinanzierung in den USA wider – insbesondere in Bereichen wie der Klimaforschung.
Der DAAD bleibt global gut aufgestellt und unterstützte 2024 insgesamt 140.803 Personen, davon 14.427, die aus dem Ausland nach Deutschland kamen. Allerdings wurden seine Aktivitäten in Russland eingestellt, nachdem das dortige Justizministerium die Organisation als "unerwünschte Vereinigung" eingestuft hatte.
Die Abwanderung von Forschern aus den USA nach Deutschland unterstreicht die Folgen der Kürzungen für die amerikanische Wissenschaft. Angesichts der finanziellen Engpässe in der Klimaforschung entwickeln sich deutsche Einrichtungen zu einem zentralen Ziel für Wissenschaftler auf der Suche nach Stabilität. Die wachsende Rolle des DAAD bei der Förderung internationaler Forscher verdeutlicht zudem diesen Wandel in der globalen akademischen Mobilität.
US Researchers Flock to Germany: New Data Reveals Sharp Rise in Applications to Key Institutions
Applications from US scientists to German research bodies have surged dramatically. The Humboldt Foundation recorded a 32% increase in 2025, with 65% more in Q4 alone. The Max-Planck Society's Lise-Meitner programme saw three times as many US applications. Visa restrictions and funding cuts in Washington continue to drive this shift.






