Ursula Heinen-Esser wird neue Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie
Miriam KönigUrsula Heinen-Esser wird neue Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie
Ursula Heinen-Esser ist zur neuen Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) gewählt worden. Bei der Abstimmung am Mittwoch erhielt sie die volle Unterstützung der Delegierten und sicherte sich 100 Prozent der Stimmen. Die ehemalige Ministerin und Volkswirtin übernimmt das Amt von Simone Peter, die im Juni ihren Rückzug bekanntgegeben hatte, nachdem sie auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.
Heinen-Esser bringt jahrzehntelange politische und umweltpolitische Erfahrung in die Position ein. Die ausgebildete Volkswirtin war von 1998 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. In dieser Zeit bekleidete sie die Ämter der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ab 2007) sowie im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2009 bis 2013).
2018 wurde sie Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. 2022 trat sie jedoch von diesem Posten zurück, nachdem sie in die Kritik wegen der sogenannten Mallorca-Affäre geraten war. Seit 2021 leitet sie den Schutzverband Deutscher Wald.
Bei ihrer Wahl betonte Heinen-Esser die Notwendigkeit, die Rolle des BEE als einheitliche Stimme der Erneuerbaren Energien zu stärken. Zwei zentrale politische Vorhaben nannte sie als dringende Prioritäten: die EEG-Reform und die GEG-Novelle. Ein durchgesickertes Entwurfspapier der EEG-Reform vom 22. Januar 2026 enthält umstrittene Regelungen zu Dach-Solaranlagen und der flexiblen Nutzung von Biomasse. Die geplante Aktualisierung des GEG hält hingegen die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizsystemen aufrecht – der Zeitplan dafür wurde vom Koalitionsausschuss am 11. Dezember 2025 festgelegt.
Die scheidende Präsidentin Simone Peter äußerte sich optimistisch über die Zukunft der Erneuerbaren und wünschte Heinen-Esser viel Erfolg in ihrer neuen Funktion.
Heinen-Essers Amtszeit beginnt mit einem klaren Fokus auf die anstehenden politischen Herausforderungen. Die EEG-Reform und die GEG-Novelle werden ihre ersten Schwerpunkte prägen, auch wenn noch keine konkreten Fristen für diese Prozesse genannt wurden. Ihre Wahl markiert eine neue Phase für den BEE, der seine Position in der deutschen Energiewende weiter festigen will.






