28 January 2026, 22:08

TPG übernimmt AEP: Digitaler Pharmagroßhandel soll Apotheken revolutionieren

Ein Plakat mit dem Text "Verringerung der Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente unter der Biden-Harris-Regierung" und einem Logo.

TPG übernimmt AEP: Digitaler Pharmagroßhandel soll Apotheken revolutionieren

Die Platform Group (TPG) hat den österreichischen Pharmagroßhändler AEP in einem Deal im Wert von zig Millionen Euro übernommen. Die Transaktion markiert einen bedeutenden Schritt zur Digitalisierung der europäischen Arzneimitteldistribution. Dominik Benner, CEO von TPG, will mit der Verbindung von Technologie und traditionellem Großhandel die Marktführer herausfordern.

Der Kauf erfolgt, während die Österreichische Post AEP veräußert, um sich auf Logistik und Infrastruktur in Südosteuropa zu konzentrieren. AEP, mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro, soll nun in TPGs digitale Lösungen integriert werden, um die Lieferketten für über 41.500 Apotheken in vier Ländern effizienter zu gestalten.

AEP agierte lange als kleiner, aber agiler Akteur in einem von vier Milliarden-Euro-Konzernen dominierten Sektor. Der Verkauf folgt auf eine turbulente Phase, darunter die Beteiligung am sogenannten "Barzahlungsrabatt-Streit" 2024. Das Verfahren führte zu einem richtungsweisenden Urteil des Bundesgerichts, das Vertragsneuverhandlungen erzwang und die Apothekengewinne schmälert.

TPGs Strategie basiert darauf, AEPs Großhandelsnetzwerk mit den eigenen digitalen Plattformen zu verknüpfen. Ein zentraler Baustein ist Aponow, ein Anbieter von Click&Collect-Software, an dem TPG 2021 erstmals beteiligte und in diesem Jahr die vollständige Kontrolle übernahm. Aponows System ermöglicht Kunden, Medikamente online zu bestellen und in der apotheke in der nähe abzuholen. Die Integration mit AEP soll die Lagerverwaltung und Auslieferung optimieren.

Der genaue Kaufpreis bleibt geheim, wird aber auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Benners Ziel ist es zu beweisen, dass technologiegesteuerte Konsolidierung durch Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne mit größeren Wettbewerbern mithalten kann.

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Der Rückzug der Österreichischen Post aus AEP passt zu deren strategischer Neuausrichtung weg von der Pharmabranche. Das Unternehmen konzentriert sich nun auf den Ausbau seiner Logistikpräsenz in Südosteuropa, während AEP unter TPGs Führung eine digitalere Zukunft ansteuert.

Die Fusion von AEP und TPGs digitalen Tools soll ein neues Modell für den Pharmagroßhandel schaffen. Über 41.500 Apotheken in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz könnten von schnelleren und effizienteren Lieferketten profitieren. Gleichzeitig wird sich zeigen, ob kleinere Anbieter durch Technologie und Skaleneffekte mit den shop apotheke und anderen Branchenriesen konkurrieren können.