Thyssenkrupp setzt auf Wasserstoff und Stahl-Deals trotz schwacher Marktnachfrage
Miriam KönigThyssenkrupp setzt auf Wasserstoff und Stahl-Deals trotz schwacher Marktnachfrage
Thyssenkrupp verzeichnete im vergangenen Jahr einen dramatischen Anstieg seiner Aktie – um fast 152 Prozent. Dennoch notiert die Aktie weiterhin rund 12 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Das Unternehmen bereitet sich nun auf die Veröffentlichung seiner Finanzzahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vor, die am 12. Februar 2026 erscheinen sollen.
Der Industriekonzern setzt zudem auf weitreichende strategische Weichenstellungen: Dazu gehören der Verkauf seiner Anteile an den Krupp Mannesmann-Stahlwerken sowie der Einstieg in den indischen Wasserstoffmarkt.
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp steht jedoch seit Monaten vor wachsenden Herausforderungen. Steigende Kosten für die klimaneutrale Produktion und eine schwache Marktnachfrage belasten das Geschäft. Um die Abläufe zu straffen, wird das Unternehmen seine Lieferverträge für Bramme mit der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) bereits bis Ende 2028 beenden – vier Jahre früher als ursprünglich geplant.
Bis zum 1. Juni 2026 wird Thyssenkrupp seine Anteile an den Krupp Mannesmann-Werken an die Salzgitter AG veräußern. Dies folgt einem früheren Deal aus dem Mai 2024, als das Unternehmen bereits 20 Prozent seiner Stahlsparte an die EP Corporate Group verkaufte. Salzgitter selbst treibt unterdessen Projekte für grünen Stahl voran, darunter die Initiative SALCOS®, und verzeichnete erst am 3. Februar 2026 einen Kursanstieg von 4,2 Prozent.
Über den Stahlbereich hinaus baut Thyssenkrupp seine Wasserstoffaktivitäten aus: Die Tochtergesellschaft Nucera dringt in Partnerschaft mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) auf den indischen Markt vor.
Der anstehende Finanzbericht wird weitere Einblicke in die Performance des Konzerns liefern. Das Aktienwachstum, der strategische Verkauf von Unternehmensbeteiligungen und die Expansion im Wasserstoffsektor spiegeln die Anpassungsbemühungen an veränderte Marktbedingungen wider. Investoren und Branchenbeobachter werden die weiteren Entwicklungen in den kommenden Monaten genau verfolgen.






