Theaterfestival bricht mit 196.000 Gästen alle Besucherrekorde
Theaterfestival verzeichnet mit fast 196.000 Besuchern neuen Rekord
In diesem Jahr lockte das Theaterfestival nahezu 196.000 Gäste an und stellte damit einen neuen Besucherrekord auf. Zwei Drittel des Publikums strömten zur Eröffnungsinszenierung auf den Heldenplatz – ein fulminanter Auftakt der Veranstaltung.
Milo Raus Produktion Republik der Götter lief fünf Wochen lang. Er selbst bezeichnete das Stück als das „größte Drama aller Zeiten“ und als Weltpremiere. Dennoch sank unter seiner künstlerischen Leitung die durchschnittliche Auslastung des Festivals.
Einige Produktionen stachen besonders hervor: Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete großen Beifall, mit Ursina Lardi in der Rolle einer todkranken Frau. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben hinterließ einen starken Eindruck. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte sich als scharfes Manifest gegen Gewalt.
Andere Arbeiten fielen unterschiedlich aus. Florentina Holzingers Pfingstspiel bot mit einer waghalsigen Aktion – eine Performerin seilte sich von einer Hotelfassade ab und zähmte einen BMW – spektakuläre Momente. Gob Squads interaktives Stück Turn über Doppelgänger spaltete das Publikum. Patti Smith bereicherte das Festival mit ihren Auftritten und verlieh ihm zusätzlichen Glanz. Susanne Kennedys Parsifal hingegen litt unter Markus Selgs überwältigenden Digital-Effekten. Nestervals Interpretation der Nibelungensage fand wenig Anklang, und Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wurde als abendfüllender Vortrag im Stil einer Volkshochschule kritisiert.
Trotz gemischter Resonanz auf einzelne Stücke verzeichnete das Festival die höchsten Besucherzahlen seiner Geschichte. Starke Aufführungen und mutige Inszenierungen zogen die Massen an – die Größe und der Ehrgeiz des Events bleiben ungebrochen.






