19 March 2026, 22:03

Streit um Windpark-Zufahrt im Hochsauerland: Naturschützer warnen vor "Umweltfrevel"

Ein altes Buch mit dem Titel "Deutsche Landschaften, Landschaft und Landschaft Deutschlands, 18. Jahrhundert" mit einer Zeichnung eines Flusses, eines Hauses, Bäume, Gras und einem bewölkten Himmel.

Streit um Windpark-Zufahrt im Hochsauerland: Naturschützer warnen vor "Umweltfrevel"

Zugangsweg zum Windpark Aupketal im Hochsauerland löst Streit aus – Naturschützer sprechen von "Umweltfrevel"

Der Bau einer Zufahrtsstraße für den Windpark Aupketal im Hochsauerlandkreis sorgt für Kontroversen, nachdem die Trasse durch ein geschütztes Naturschutzgebiet führt. Kritiker, darunter lokale Politiker, bezeichnen das Vorhaben als "Umweltfrevel" und verweisen auf die schwerwiegenden Folgen für die empfindlichen Ökosysteme des Aupketals. Die Erweiterung der Route dient dem Transport schwerer Turbinenkomponenten zum Windpark in der Nähe des Möhnesees – doch die Sorgen um mögliche ökologische Schäden nehmen zu.

Das Aupketal ist Teil eines FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat) und beherbergt alte Laubwälder, Bäche sowie Feuchtgebiete von hohem ökologischen Wert. Trotz dieser Bedeutung verteidigt die Kreisverwaltung den Bau der Zufahrt mit dem Argument, der bestehende Waldweg habe die Fläche bereits versiegelt. Gleichzeitig räumte die Behörde jedoch Baufehler ein: So sei es zu nicht genehmigter Verdichtung und Verbreiterung der Schotterfläche gekommen, zudem zu Verstößen gegen das Befahren abseits der Trasse sowie zu Verunreinigungen nahegelegener Gewässer.

Kritik an Schottereinsatz und mangelnder Transparenz

Reinhard Loos, Politiker der Sauerländer Bürgerliste (SBL), kritisierte den Einsatz kalkhaltigen Schotters auf dem Weg und warnte vor möglichen Schäden für den geschützten Lebensraum. Gerd Stüttgen, ebenfalls SBL-Kreistagsabgeordneter, bezeichnete das Projekt als "Umweltfrevel" und zeigte sich verärgert, nachdem ein Antrag auf eine Ortsbegehung des Rates von Mitgliedern der CDU, SPD und FDP im Umweltausschuss blockiert worden war.

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Norbert Schulte-Schnitker, Geschäftsführer des Windparks Aupketal, räumte zwar Rodungen ein, versicherte jedoch, es seien Ausgleichsmaßnahmen geplant. Zudem verwies er darauf, dass die Verlegung von Stromkabeln entlang des bestehenden Weges genehmigt worden sei. Bisher liegen jedoch – Stand März 2026 – weder konkrete ökologische Ausgleichsmaßnahmen noch öffentliche Stellungnahmen des Unternehmens zu den Schäden im FFH-Gebiet vor.

Konflikt zwischen Energiewende und Artenschutz

Der Streit um die Zufahrtsstraße verdeutlicht die Spannungen zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Naturschutz im Hochsauerlandkreis. Während das Windparkprojekt voranschreitet, fordern Umweltverbände und lokale Politiker strengere Kontrollen sowie konkrete Schritte zur Schadensbegrenzung. Die von der Kreisverwaltung festgestellten Bauverstöße erhöhen zudem den Druck auf verantwortliche Stellen, korrigierend einzugreifen.

Quelle