21 April 2026, 10:03

Solinger Klinikum: Streit um Outsourcing und faire Arbeitsbedingungen eskaliert

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die Fair Wages Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Solinger Klinikum: Streit um Outsourcing und faire Arbeitsbedingungen eskaliert

Streit um Outsourcing am Solinger Klinikum spitzt sich zu

Die Auseinandersetzungen um die Ausgliederung von Dienstleistungen am Solinger Klinikum haben sich zwischen der SPD und dem Bürgerbund für Solingen (BfS) weiter verschärft. Beide Seiten setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter ein, die 2023 an ein Dienstleistungsunternehmen übertragen wurden. Die Umstrukturierung hatte Kritik an Löhnen, Rentenzusagen und der Ungleichbehandlung im Vergleich zum Stammpersonal des Krankenhauses ausgelöst.

Die SPD räumt ein, dass finanzielle Zwänge im vergangenen Jahr zur Gründung des Serviceunternehmens geführt hätten. Gleichzeitig argumentiert die Partei jedoch, eine Rückabwicklung der Ausgliederung sei nun kaum noch umsetzbar. Angesichts der großen Belegschaft und steigender Kosten sehe man keinen einfachen Weg zurück.

Der BfS hingegen bezeichnet die Entscheidung als klaren Fehler. Stadtratsmitglied Martin Bender besteht darauf, dass die Beschäftigten unter der bestehenden Krankenhausstruktur bleiben und fair behandelt werden müssten. Ein weiteres BfS-Mitglied, Jan-Michael Lange, verweist auf die wachsende Kluft zwischen Servicekräften und dem Kernpersonal des Klinikums und nennt die aktuellen Bedingungen "ungerecht".

In einem Punkt sind sich SPD und BfS einig: Es braucht schnellstmöglich einen Tarifvertrag. SPD-Fraktionschef Ernst Lauterjung hat für die Verhandlungen über betriebliche Altersvorsorge eine Frist bis zum 1. Oktober gesetzt. Horst Koss, SPD-Aufsichtsratsmitglied, betont zudem, dass eine Einigung nur mit einer DGB-Gewerkschaft wie ver.di erfolgen könne.

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Patrick Hinck, BfS-Aufsichtsrat, unterstreicht die unverzichtbare Rolle der Servicekräfte für den Klinikbetrieb. Der Bürgerbund fordert faire Löhne, sichere Rentenzusagen und stabile Arbeitsbedingungen für alle übergeleiteten Mitarbeiter. Beide Lager drängen nun auf einen Haustarifvertrag, um den Konflikt zu lösen.

Die Kritik an der Ausgliederungsentscheidung hält an, während die Forderung nach einer zügigen Lösung vor dem Oktober-Termin lauter wird. Ein neuer Tarifvertrag könnte die Lohnunterschiede und Rentenprobleme der Servicekräfte regeln. Das Ergebnis wird zeigen, ob das zweigliedrige Beschäftigungssystem bestehen bleibt – oder reformiert wird.

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