Solingen setzt auf Dieselbusse statt auf vollständige Elektrifizierung des ÖPNV
Lotta AlbrechtSolingen setzt auf Dieselbusse statt auf vollständige Elektrifizierung des ÖPNV
Die Stadtwerke Solingen haben beschlossen, 23 neue Dieselbusse anzuschaffen, statt ihre Elektroflotte auszubauen. Damit rückt die Stadt von ihrem ursprünglichen Plan ab, den ÖPNV vollständig auf batteriebetriebene Fahrzeuge umzustellen. Nach Angaben der Verantwortlichen sollen durch diese Entscheidung bis 2029 fast sechs Millionen Euro eingespart werden.
Der Stadtrat gab am 20. Februar 2023 grünes Licht für den Kauf. Ursprünglich hatte Solingen vor, alle Busse durch batterieelektrische Modelle (BOB) zu ersetzen. Da jedoch keine zusätzlichen Mittel für neue E-Busse bereitgestellt wurden, musste die Strategie geändert werden.
Aktuell umfasst der Fuhrpark 110 Fahrzeuge, darunter 59 Oberleitungsbusse, die etwa 76 Prozent aller Betriebskilometer abdecken. Zwar sind 24 batterieelektrische Busse für 2026 bestellt, doch die neuen Dieselbusse sollen vorerst die Lücke schließen. Sie ersetzen ältere Oberleitungsbusse, die eigentlich mit einem Sonderdesign des niederländischen Herstellers Solaris aufgerüstet werden sollten – eine Option, die im Vergleich zu batterieelektrischen Alternativen als zu kostspielig eingestuft wurde.
Ein Sprecher der Stadtwerke betonte, dass Solingens Elektrifizierungsgrad nach wie vor „sehr gut“ sei. Dennoch stellt der Kauf der Dieselbusse einen vorläufigen Rückschritt beim Vorhaben der vollständigen Elektrifizierung dar.
Durch die Anschaffung der Dieselbusse verringern sich die Ausgaben in den kommenden Jahren um fast sechs Millionen Euro. Das Solinger Verkehrsnetz wird weiterhin aus einer Mischung von Oberleitungsbussen, batterieelektrischen Bussen und nun auch Dieselmodellen bestehen. Die 24 bestellten E-Busse sollen wie geplant 2026 in Betrieb gehen.






