18 June 2026, 20:02

Solingen diskutiert über Härten und Chancen des neuen Heizungsgesetzes

Gerlinde Steingrüber (MIT): "Neues Heizungsgesetz macht alle zu Opfern"

Solingen diskutiert über Härten und Chancen des neuen Heizungsgesetzes

Aktuelle Diskussion in Solingen: Lokale und regionale Verantwortungsträger debattieren über die Folgen des neuen Heizungsgesetzes

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bei einer kürzlichen Veranstaltung in Solingen trafen sich kommunale und regionale Führungskräfte, um die Auswirkungen des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu erörtern. Die vom Wirtschaftsrat der CDU (MIT) im Forum der Stadt-Sparkasse in Ohligs ausgerichtete Diskussionsrunde konzentrierte sich dabei besonders auf die wirtschaftlichen Sorgen, die mit der Gesetzesvorlage verbunden sind. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Energiewirtschaft brachten ihre Einschätzungen zu den bevorstehenden Herausforderungen ein.

Daniel Sieveke, Staatssekretär in Nordrhein-Westfalen, vertrat anstelle von Ministerin Ina Scharrenbach – die aufgrund von Landtagsverhandlungen verhindert war – die Landesregierung. Er betonte, dass das Gesetz nahezu jeden betreffe, da Heizen eine grundlegende Notwendigkeit sei. Gleichzeitig warnte Sieveke davor, dass die Regelungen die Altersvorsorge von Immobilienbesitzern gefährden könnten, die gezwungen seien, in neue Heizsysteme zu investieren. Zwar unterstrich er die Dringlichkeit des Klimaschutzes, mahnte jedoch, dass überstürzte Vorschriften die Bürger übermäßig belasten könnten.

Dr. Werner Fliescher, Vorstandsmitglied von Haus & Grund Düsseldorf, übte scharfe Kritik am Gesetz. Er bezeichnete es als „alles andere als verbraucherfreundlich“ und verwies auf die hohen Kosten sowie den fehlenden praktischen Nutzen. Henner Pasch, Geschäftsführer der fourtexx GmbH und Präsident der IHK, teilte die Bedenken hinsichtlich falsch gesetzter Förderanreize. Er plädierte stattdessen für eine stärkere Digitalisierung, um die Heizkosten zu senken.

Frederik Schacht von den Stadtwerken Solingen skizzierte die laufenden Planungen der Kommune zur Wärmewende. Sein Team analysiere derzeit, in welchen Gebieten der Ausbau von Fernwärmenetzen sinnvoll sei. Zum Abschluss der Diskussion wies Steingrüber darauf hin, dass das Gesetz noch viele offene Fragen aufwerfe. Seine Umsetzbarkeit, so sein Fazit, werde in den kommenden Monaten weiter intensiv zu prüfen sein.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie tief die Sorgen über das Heizungsgesetz und seine finanziellen Folgen für Hausbesitzer und Unternehmen sitzen. Lokale Entscheidungsträger und Experten waren sich einig, dass Klimaziele zwar notwendig seien, die aktuelle Gesetzeslage jedoch unnötige Härten schaffen könnte. Die Debatte in Solingen unterstrich den Bedarf an klareren, praxisnäheren Lösungen.

Quelle