29 March 2026, 16:03

Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann spaltet Deutschland erneut

Eine Gruppe von Menschen, die auf dem Boden vor einer Menge sitzen, die Fahnen und Transparente hält, mit einer Person, die in ein Mikrofon spricht, einer Statue und Gebäuden im Hintergrund während einer anti-schwulen Demonstration in Berlin.

Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann spaltet Deutschland erneut

Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht neue Debatte über Nationalhymne und politische Gräben

Ein Benefizkonzert für den abberufenen Feuerwehrmann Richard Mänder hat in Deutschland eine erneute Diskussion über die Nationalhymne und die politische Spaltung des Landes ausgelöst. Mänder, ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig in Brandenburg, war nach dem Abspielen der umstrittenen ersten Strophe der Hymne bei einer Meisterschaftsveranstaltung von seinen Aufgaben als Kampfrichter enthoben worden. Nun zog ein prominent besetztes Solidaritätskonzert zu seinen Gunsten Hunderte Besucher an – darunter Politiker und Kameraden aus der Feuerwehr.

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Der Vorfall ereignete sich im August 2025 bei den Feuerwehrsportmeisterschaften in Torgau, Sachsen. Mänder, der als Schiedsrichter fungierte, spielte versehentlich die erste Strophe des Lieds der Deutschen ab – eine Strofe, die wegen ihrer historischen Verknüpfung mit der NS-Zeit heute kaum noch verwendet wird. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) entband ihn umgehend von allen Ämtern und begründete dies mit einem Verstoß gegen die geltenden Richtlinien.

Mänder wies jede rechtsextreme Gesinnung von sich und bezeichnete die Situation als "Missverständnis". Eine vollständige Schuldübernahme lehnte er jedoch ab und verwies auf eine geteilte Verantwortung. Seine Trotzhaltung ging noch weiter: Er kündigte an, künftig eigene Meisterschaften organisieren zu wollen – ein Vorhaben, das der Landesfeuerwehrverband entschieden ablehnt.

Als Reaktion darauf veranstaltete der Schlagerstar Heino am Samstag in Bad Belzig ein Konzert, das rund 800 Besucher anzog. Die Menge tanzte zu Hits wie Layla und Karamba, Karacho, ein Whiskey, während Redner Mänders Entlassung als überzogen kritisierten. Heinos Manager, Helmut Werner, bezeichnete die Kritiker als "ahnungslose Analphabeten" und bestand darauf, Mänder verdiene eine zweite Chance. Nicht unerwähnt blieb, dass der Sänger selbst die Nationalhymne in den 1970er-Jahren in allen drei Strophen aufgenommen hatte – ein Fakt, der mit Mänders Absetzung in Verbindung gebracht wird.

Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen zeigten sich solidarisierend und bezeichneten die Strafe als unverhältnismäßig. Unter den Gästen befand sich auch die Schlagersängerin Melanie Müller, die zuvor bereits mit dem Hitlergruß in der Öffentlichkeit aufgefallen war. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Schieske lobte die Veranstaltung auf Instagram als "Beweis für Zusammenhalt in der Gemeinschaft". Der Deutsche Feuerwehrverband hingegen hat seit dem Vorfall keine klare Haltung zur Verwendung der Hymne bei offiziellen Anlässen bezogen.

Das Konzert hat die Debatte um die erste Strophe der Nationalhymne und ihren Platz im öffentlichen Leben neu entfacht. Mänder bleibt weiterhin von Feuerwehrdiensten ausgeschlossen, während seine Unterstützer weiter für ihn mobilmachen. Eine weitere Stellungnahme der bundesweiten Feuerwehrführung steht bisher aus.

Quelle