02 February 2026, 08:03

Sichere Orte für Frauen: Wie Bahnhöfe in Berlin und Köln bei häuslicher Gewalt helfen

Eine Gruppe verzweifelter Menschen sitzt in einem Zug und schaut zu einer Frau in einem langen Kleid und Hut hoch, die einen Korb hält, mit Text oben und unten 'Unschuld in einer Omnibus'.

Bundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Sichere Orte für Frauen: Wie Bahnhöfe in Berlin und Köln bei häuslicher Gewalt helfen

Häusliche Gewalt gegen Frauen in Deutschland stieg 2024 um 3,5 Prozent an – mit 187.128 gemeldeten Opfern. Um Betroffenen zu helfen, haben Beratungsstellen an großen Bahnhöfen seit ihrer Eröffnung bereits in über 200 Fällen Unterstützung geleistet. Diese Einrichtungen bieten Frauen, die dringend Hilfe suchen, einen sicheren Rückzugsort.

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Die Pilotprojekte am Kölner Hauptbahnhof und am Berlin Ostbahnhof wurden eingerichtet, um sofortige Hilfe zu bieten. Anders als herkömmliche Polizeiräume sind sie bewusst einladend und nicht einschüchternd gestaltet. Betreut werden die Stellen ausschließlich von Polizistinnen, die speziell im Umgang mit Gewaltfällen geschult sind. Sie helfen bei der Vermittlung medizinischer Versorgung, der Beweissicherung und der Unterbringung in Frauenhäusern.

Ein Beispiel: Eine 15-jährige Schwangere, die von ihrem Freund geschlagen worden war, fand im Kölner Zentrum Unterstützung. Seit Februar 2026 wurden jedoch keine weiteren Standorte über die beiden Pilotprojekte hinaus bestätigt. Dennoch haben die Bundespolizeien in Berlin und Köln bereits in 220 Fällen Betroffene beraten – davon betrafen 33 Fälle häusliche Gewalt.

Die Beamtinnen können zudem erreichen, dass Gewalttäter vorübergehend aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden. Dennoch dürften die Kriminalstatistiken das wahre Ausmaß der Gewalt unterschätzen, da viele Fälle nicht angezeigt werden. Die Zukunft der Beratungsstellen bleibt ungewiss, da die Finanzierung voraussichtlich im September 2027 ausläuft.

Die Zentren haben bereits Wirkung gezeigt und bieten gefährdeten Frauen lebenswichtige Hilfe. Doch ob sie langfristig bestehen bleiben, hängt von weiteren Finanzierungsentscheidungen ab. Bis dahin bleiben sie eine wichtige Anlaufstelle für Frauen, die vor Gewalt fliehen – an zwei der meistfrequentierten Verkehrsdrehscheiben Deutschlands.