"Rundschau" schließt nach 80 Jahren – 30 Journalisten verlieren ihre Jobs
Lotta Albrecht"Rundschau" schließt nach 80 Jahren – 30 Journalisten verlieren ihre Jobs
Die Zeitung Rundschau wird am 1. April 2026 ihre Pforten schließen und beendet damit eine Ära, die 1946 begann. Chefredakteur Daniel Überall gab die Einstellung des Betriebs auf LinkedIn bekannt und bezeichnete sie als einen tiefen persönlichen und beruflichen Schlag. Die Entscheidung folgt auf Umstrukturierungsmaßnahmen des Mutterkonzerns DuMont und des Heinen Verlags, die von Journalistengewerkschaften scharf kritisiert wurden.
Überall hatte sich erhofft, eine langfristige Karriere bei der Rundschau aufzubauen, und war dort als leitender Reporter sowie stellvertretender Chefredakteur tätig. Seine öffentliche Jobsuche steht nun symbolisch für die wachsende Instabilität im regionalen Journalismus. Die Schließung erfolgt früher als erwartet und verkürzt die geplante Laufzeit der Publikation deutlich.
Im Rahmen der Umstrukturierung verlieren etwa 30 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze. Der Heinen Verlag hat "faire Abfindungsregelungen" für die Betroffenen zugesagt, doch die Gewerkschaften bleiben skeptisch. Überall äußerte Bedauern über die Auswirkungen auf die Medienvielfalt, sein Team und seine eigene berufliche Zukunft.
In der Bekanntmachung fehlen Details zur redaktionellen Geschichte der Rundschau seit ihrer Gründung 1946. Während verwandte Titel wie die Hersfelder Rundschau (später Fuldabote) und die Kölnische Rundschau auf dieselbe Zeit zurückgehen, ist wenig darüber bekannt, wie sich das Redaktionsteam im Laufe der Jahrzehnte entwickelte. Überall lotet nun neue berufliche Möglichkeiten in Köln, im Rheinland oder in Nordrhein-Westfalen aus – entweder im Journalismus oder in einem anderen Bereich.
Das Aus für die Rundschau nach fast acht Jahrzehnten markiert einen Einschnitt. Zwar wurden Abfindungsangebote unterbreitet, doch der Verlust von 30 Arbeitsplätzen und einer historischen Publikation wird die lokale Medienlandschaft prägen. Überalls Abschied vom Blatt unterstreicht die grundlegenden Herausforderungen, vor denen regionale Zeitungen heute stehen.






