Ruhrgebiet forscht an geothermischer Wärme aus 2.000 Metern Tiefe
Neues Projekt im Ruhrgebiet erkundet tiefe Untergrundschichten, um geothermisches Potenzial zu erschließen
Die Initiative „VESTA CONTRAST“ kartiert einen fünf Kilometer langen Abschnitt unter Bochum und Witten – in Tiefen von bis zu 2.000 Metern. Finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, soll die Studie thermische Reservoire identifizieren, die tief unter der Oberfläche verborgen liegen.
Im Untergrund des Ruhrgebiets befinden sich natürliche Sandsteinschichten, die geothermische Wärme speichern und bereitstellen könnten. Während oberflächennahen Systeme bereits Einzelhäuser mit Wärme versorgen, sind tiefere Bohrungen nötig, um ganze Städte zu beliefern. Projekte in München und Paris zeigen, wie die Erschließung dieser tieferen Strukturen die städtische Wärmeversorgung revolutionieren kann.
Der Fokus von „VESTA CONTRAST“ liegt auf dem Süden Bochums, wo ein detailliertes geologisches Modell für künftige Wärmespeicher entstehen soll. Bis Februar 2025 planen die Forscher eine seismische Reflexionsvermessung entlang der fünf Kilometer langen Strecke. Mit dieser Methode lassen sich unterirdische Formationen lokalisieren, die heißes Wasser oder Dampf speichern können.
Weltweit steigt die Temperatur um etwa 3 °C pro 100 Meter Tiefe. Dieser natürliche Wärmegradient macht tiefe Geothermie zu einer zuverlässigen Option für die großflächige Wärmeversorgung. Voll ausgebaut könnten solche Systeme ein Viertel des kommunalen und industriellen Wärmebedarfs Deutschlands decken.
Das Projekt erhält rund 330.000 Euro an Bundesförderung, um die Forschung voranzutreiben. Die Ergebnisse fließen in die übergeordnete „VESTA“-Initiative ein, die ein Hochtemperatur-Wärmespeicherkonzept für Bochum entwickeln will. Bei Erfolg könnte die Geothermie eine zentrale Rolle im deutschen Wandel hin zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung spielen.






