10 February 2026, 06:06

Rosenmontagszug 2025: Warum Köln trotz Tierschutz-Kritik an Pferden festhält

Ein Gemälde eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen, die auf Pferden vor einem geschmückten Motivwagen reiten, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen im Hintergrund.

Pferde beim Rosenmontagszug in Köln? Für und Wider - Rosenmontagszug 2025: Warum Köln trotz Tierschutz-Kritik an Pferden festhält

Der Einsatz von Pferden beim Kölner Rosenmontagszug bleibt ein umstrittenes Thema, während die Feierlichkeiten 2025 näher rücken. In diesem Jahr sollen rund 230 Pferde teilnehmen, doch wachsende Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der öffentlichen Sicherheit haben eine neue Debatte entfacht. Während einige Städte Pferde bereits von ihren Veranstaltungen ausgeschlossen haben, hält Köln an der langjährigen Tradition fest – wenn auch nicht ohne Kritik.

Pferde sind seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil des Kölner Rosenmontagszugs. Doch ihre Teilnahme stößt zunehmend auf Widerstand von Tierschutzorganisationen wie PETA und dem Deutschen Tierschutzbund. Diese argumentieren, dass Lärm, gedrängte Straßen und das chaotische Treiben unnötigen Stress und Leid für die Tiere verursachen. Zudem verweisen sie auf Sicherheitsrisiken und erinnern an einen Vorfall aus dem Jahr 2018, als Kutschpferde durchgingen und mehrere Menschen verletzten. Daraufhin wurde die Regel geändert, dass Pferde nicht mehr direkt neben Musikgruppen laufen dürfen.

Trotz der Kritik folgt Köln nicht dem Beispiel von Städten wie Bonn, die Pferde bereits aus ihren Umzügen verbannt haben. Stattdessen setzt das Festkomitee auf eigene strenge Richtlinien, darunter regelmäßiges Training und Eignungsprüfungen für die Teilnehmer. Weitere Maßnahmen sehen vor, dass ein Tierarzt innerhalb von zehn Minuten verfügbar sein muss und Pferde bei Bedarf an festgelegten Punkten aus der Route genommen werden können.

Die öffentliche Meinung scheint sich zu wandeln. Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 ergab eine deutliche Mehrheit für ein generelles Verbot von Pferden bei Karnevalsumzügen. Selbst prominente Vertreter der Karnevalsszene, wie der Künstler Jacques Tilly, haben sich gegen die Tradition ausgesprochen und sie als überholt bezeichnet. Derweil drängt der Deutsche Tierschutzbund auf ein bundesweites Verbot, auch wenn bisher keine offiziellen kommunalen Verbote erlassen wurden.

Die Diskussion über Pferde im Kölner Rosenmontagszug ebbt nicht ab. Zwar gibt es Sicherheitsvorkehrungen, doch die Zustimmung für ein Verbot wächst. Die Entscheidung der Stadt, an der Tradition festzuhalten, steht damit im Kontrast zu anderen Regionen. Vorerst werden die 230 Pferde, die in diesem Jahr erwartet werden, weiterhin Teil des Spektakels bleiben – begleitet von anhaltenden Forderungen nach einem Wandel.

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