Rosenmontag 2026: Satire trifft Politik bei Rekordumzügen in Köln und Düsseldorf
Miriam KönigSo prächtig und politisch war der Karneval schon lange nicht mehr - Rosenmontag 2026: Satire trifft Politik bei Rekordumzügen in Köln und Düsseldorf
Die Rosenmontagsumzüge haben erneut den Höhepunkt des rheinischen Karnevals markiert. Die diesjährigen Veranstaltungen in Köln und Düsseldorf zogen Hunderttausende Zuschauer an, die begeistert die traditionellen Rufe "Alaaf!" und "Helau!" skandierten, während die prächtigen Wagen vorbeifuhren. Bekannt für ihre scharfe Satire, setzten die Umzüge diesmal mit besonders direkten Seitenhieben auf globale Politik und Gesellschaft neue Maßstäbe.
Die Ausgabe 2026 präsentierte einige der provokantesten Motive der letzten Jahre. In Düsseldorf, wo der politische Ton besonders beißend war, zeigte ein Wagen Wladimir Putin, der eine mit dem AfD-Logo versehene Drohne steuerte, während er gemeinsam mit Donald Trump Europa verschlang. Ein weiterer Wagen bildete das iranische Mullah-Regime ab, das sich in Luft auflöste – Ajatollah Ali Chamenei wurde dabei als Menschen verschlingender Herrscher dargestellt. Auch deutsche Politiker blieben nicht verschont: Ein Motiv persiflierte Bundeskanzler Friedrich Merz und Markus Söder, die auf einem fossilen Dinosaurier ritten – eine klare Anspielung auf ihre Energiepolitik.
Sogar die AfD und Jeffrey Epstein wurden nicht ausgenommen. Während Epsteins dämonische Auferstehung auf einem Wagen zu sehen war, geriet die rechtspopulistische AfD auf mehreren Motiven ins Visier der Karikaturisten. Diese Themen prägten den Umzug am 16. Februar in Düsseldorf, wo scharfe Satire seit jeher zum Markenzeichen gehört.
Für viele Menschen in der Region ist der Besuch der Rosenmontagsumzüge ein jährliches Ritual. Die Tradition verbindet ausgelassene Feierlaune mit beißendem Spott und macht das Spektakel zu einem einzigartigen Höhepunkt im deutschen Karnevalskalender.
Die diesjährigen Umzüge unterstrichen einmal mehr die furchtlose Satire des Rosenmontags. Die Wagen griffen umstrittene Persönlichkeiten und Themen unverblümt auf – von internationalen Führungspersönlichkeiten bis hin zur Innenpolitik. Mit Rekordbesucherzahlen bleibt das Ereignis ein prägender Moment für Köln und Düsseldorf gleichermaßen.






