RAL-GZ 961 wird zum Schlüsselkriterium bei öffentlichen Ausschreibungen in Deutschland

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Ein Gebäude mit einem Bogen und zwei Türen vorne, ein Rohr und eine Leuchte auf der rechten Seite und eine Wand auf der linken Seite.

RAL-GZ 961 wird zum Schlüsselkriterium bei öffentlichen Ausschreibungen in Deutschland

Öffentliche Aufträge in Deutschland müssen an Unternehmen vergeben werden, die ihre technische und fachliche Kompetenz nachweisen. Hier kommt der Qualitätsstandard RAL-GZ 961 ins Spiel: Er dient als Instrument zur Überprüfung dieser Qualifikationen und sorgt so für Transparenz und Rechtssicherheit. Immer mehr öffentliche Auftraggeber stützen sich bei Ausschreibungen auf diese Zertifizierung – sie ist mittlerweile ein zentrales Kriterium bei der Angebotsbewertung.

Der RAL-GZ 961-Standard steht im Einklang mit dem Vergaberecht nach § 97 GWB, das vorschreibt, dass Aufträge nur an qualifizierte Firmen vergeben werden dürfen. Ein unabhängiges Qualitätsgremium – besetzt mit Vertretern von Auftraggebern, Auftragnehmern und Ingenieurbüros – übernimmt die Bewertung, Ernennung und Zertifizierung. Dieses Verfahren bestätigt nicht nur die Erfahrung eines Unternehmens, sondern minimiert Fehlerquellen und stärkt dessen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt.

Um die Ausschreibungsunterlagen zu vereinfachen, bietet der Qualitätsverband Kanalbau eine Broschüre mit modularen Textbausteinen an. Damit können Behörden den "Nachweis der Fachkunde gemäß RAL-GZ 961" problemlos in ihre Verträge aufnehmen. Über eine Zertifikatsinhaber-Suche auf der Website lässt sich zudem schnell prüfen, ob Bieter die Voraussetzungen für beschränkte Ausschreibungen oder Direktvergaben erfüllen.

Nordrhein-Westfalen passt unterdessen seine Vergaberegeln an: Ab Januar 2026 entfällt für kommunale Unterschwellenaufträge die Pflicht zur Anwendung der VOB/A und UVgO. Stattdessen müssen lokale Behörden eigene Vergabeordnungen erarbeiten.

Der RAL-GZ 961 bietet eine klare Methode, um die Eignung von Unternehmen in öffentlichen Ausschreibungen zu bewerten. Seine Anwendung erhöht die Transparenz und Rechtssicherheit für Auftraggeber. Angesichts der bevorstehenden Änderungen in Nordrhein-Westfalen könnten sich die lokalen Vergabeverfahren in naher Zukunft weiter anpassen.