Polizei Recklinghausen konfrontiert neue Beamte mit NS-Verbrechen in Münster
Lotta AlbrechtPolizei Recklinghausen konfrontiert neue Beamte mit NS-Verbrechen in Münster
Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen führte kürzlich eine Gruppe neu versetzter Beamter und Mitarbeiter zu einer Ausstellung nach Münster. Der Besuch der Villa ten Hompel ist seit Langem fester Bestandteil der Tradition für Absolventen der Ausbildung bei der Polizeibehörde Recklinghausen. Die Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den historischen Verbrechen, die von Polizeikräften während des Zweiten Weltkriegs begangen wurden.
Die Gruppe besuchte die Ausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“, die sich mit der Rolle der Ordnungspolizei bei Kriegsverbrechen befasst. Gezeigt werden Berichte über die Beteiligung uniformierter Beamter an Völkermorden an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma. Auch die Polizeidirektion Recklinghausen selbst steht in historischem Zusammenhang mit diesen Ereignissen, da ein hier stationiertes Bataillon in solche Verbrechen verwickelt war.
Zurhausen betonte die Wichtigkeit des Besuchs und bezeichnete ihn als Gelegenheit für die Beamten, ihr „moralisches Kompass“ zu reflektieren. Sie rief sie dazu auf, sich intensiv mit den verfassungsmäßigen Werten Deutschlands auseinanderzusetzen. Die Ausstellung thematisiert zudem die laufenden Bemühungen, sich dieser dunklen Phase der Polizeigeschichte zu stellen.
Die Dialogveranstaltung wird bis Ende 2024 fortgeführt, um sicherzustellen, dass neue Rekruten sich vor ihrem Dienstantritt mit der Vergangenheit konfrontieren. Die Initiative zielt darauf ab, das Bekenntnis der Beamten zu demokratischen Prinzipien zu stärken. Durch die Aufarbeitung historischen Unrechts strebt die Polizei an, ethische Standards in ihren Reihen zu festigen. Die Besuche bleiben ein zentraler Bestandteil der Ausbildung für künftiges Personal.






