16 March 2026, 18:08

Pflege zu Hause: Warum Familien bis zu 7.000 Euro im Monat zahlen müssen

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: 'Insulin ist auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare gedeckelt.'

Pflege zu Hause: Warum Familien bis zu 7.000 Euro im Monat zahlen müssen

Ein neuer Bericht unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung von Familien, die in Deutschland Angehörige zu Hause pflegen. Da der Großteil der Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden versorgt wird, können die Eigenanteile mehr als 7.000 Euro pro Monat betragen. Kritiker bemängeln, dass das aktuelle System ungerecht sei und jene im Stich lasse, die sich gegen stationäre Einrichtungen und für die häusliche Pflege entscheiden.

Nach deutschem Recht fördert das Prinzip "ambulant vor stationär" die Betreuung zu Hause. Laut Paragraf 3 des Elften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB XI) können Menschen mit langfristigem Pflegebedarf zwischen stationärer Versorgung, professioneller ambulanter Pflege oder der ausschließlichen Betreuung durch Angehörige wählen. Aktuell leben 85,9 % der Pflegebedürftigen in Privathaushalten – 54,5 % davon werden ausschließlich von Familienmitgliedern versorgt.

Pflegende Angehörige wenden im Schnitt 49 Stunden pro Woche auf, wobei die unbezahlte Arbeit mit etwa 15 Euro pro Stunde zu veranschlagen ist. Dennoch belaufen sich die monatlichen Eigenanteile für die häusliche Pflege auf 340 bis 7.441 Euro, im Median auf 2.085 Euro – Kosten, die von der Pflegeversicherung nicht übernommen werden. Während die Ausgaben für Heimplätze mit der Zeit stabil bleiben oder sogar sinken können, bleiben die Belastungen bei der häuslichen Pflege konstant hoch. Pflegeverbände sprechen von "erheblichen Verzerrungen und Gerechtigkeitslücken".

Zum Vergleich: Heimbewohner in Nordrhein-Westfalen zahlten im ersten Jahr 2025 durchschnittlich 3.312 Euro monatlich, 2026 stieg der Betrag auf 3.582 Euro. Der Bundesverband "wir pflegen" e.V. kritisiert die mangelnde Anerkennung der Kosten für häusliche Pflege und fordert Reformen. Die Bundesregierung plant, bis Ende 2026 Änderungen zu beschließen, um die Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit im Pflegesystem zu verbessern.

Die finanzielle Belastung für Familien, die Angehörige zu Hause pflegen, bleibt ein drängendes Problem. Während die Kosten für Heimplätze reguliert sind, steigen die Ausgaben für die häusliche Pflege ungebremst – ohne Entlastung. Die für 2026 geplanten Reformen werden zeigen, ob das System gerechter für diejenigen wird, die sich für die Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden entscheiden.

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