15 March 2026, 00:03

Österreichs Rüstungsexporte boomen trotz globaler Krisen und Konflikte

Ein Diagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der gestiegenen Produktivität über die letzten 35 Jahre sind nicht an die Mittelschicht gegangen".

Österreichs Rüstungsexporte boomen trotz globaler Krisen und Konflikte

Österreichs Rüstungsexporte steigen rasant – Branche profitiert von globalem Aufrüstungsboom

In den vergangenen fünf Jahren haben sich Österreichs Rüstungsexporte mehr als verdoppelt: von rund 200 Millionen Euro auf über 500 Millionen Euro jährlich. Zwar ging der Wert 2025 leicht auf etwa 450 Millionen Euro zurück, doch die heimische Verteidigungsindustrie wächst weiterhin – getrieben von einem weltweiten Anstieg der Militärausgaben. Zu den wichtigsten Abnehmern vor 2025 zählten Ungarn, Tschechien, Bosnien und Herzegowina sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die globale Rüstungsbranche expandiert derweil mit hoher Geschwindigkeit, da die Zahl der Konflikte weltweit den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht hat. Der Krieg in der Ukraine, der nun im vierten Jahr tobt, sowie die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten veranlassen immer mehr Staaten, ihre Verteidigungsbudgets aufzustocken. Auch Russland hat seine Wirtschaft auf Kriegsfooting umgestellt, was die Nachfrage zusätzlich anheizt.

Allein in diesem Jahr wird Europas Verteidigungsausgaben voraussichtlich um elf Prozent steigen, da Länder massiv in militärische Fähigkeiten investieren. Österreichische Unternehmen ziehen daraus Nutzen: Der in Wiener Neustadt ansässige Drohnenhersteller Schiebel sicherte sich kürzlich große Aufträge mit den Marinen Griechenlands und Kanadas. Zudem genehmigte Österreich für 2025 Rüstungsexporte im Volumen von 3,944 Milliarden Euro.

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall verzeichnete 2025 einen Umsatzanstieg von 29 Prozent und erwartet für das laufende Jahr einen Absatz von 14,5 Milliarden Euro. Um die Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen, 10.000 neue Mitarbeiter einzustellen. Dennoch hinkt Europa den USA in puncto Verteidigungsinnovation hinterher: Während in den letzten zehn Jahren nur sieben Milliarden Euro in europäische Start-ups flossen, waren es in den USA 70 Milliarden Dollar. Zersplitterte Märkte, schwache Finanzierung und ein schwächelndes Gründerökosystem bleiben zentrale Herausforderungen.

Österreichs Verteidigungssektor wächst im Gleichklang mit dem globalen Aufrüstungstrend. Mit Exporten, die fast eine halbe Milliarde Euro erreichen, und Unternehmen wie Schiebel, die internationale Großaufträge an Land ziehen, wird die Branche auch künftig eine bedeutende Rolle spielen. Der übergeordnete Trend spiegelt die steigenden Verteidigungsbudgets und die anhaltenden Konflikte wider, die die globalen SicherheitsPrioritäten prägen.

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